Aufsatz 
Eine Fuldaische Chronik aus der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts / von Gangolf Hartung. Hrsg. von J. Gegenbaur
Entstehung
Einzelbild herunterladen

38 und uber nacht zum gultenſtern gelegen, undt des Morgens ſendte 55 widerumb weg deogend bauf Feathsfe zu dem ReichsCantzler zum Oſchen Stirn. forg af

Anno 1634 Den 29. July iiſt des ReichsGantzlers Oſchenſtirn auß Schwedem ſein Sohn hier in 1 die Statt Fülda Komen, undt uber vach. zum gulten Stirn gelegen, undt bbeh Margens. hre widerumtb meh gezogen 96 Franckfordt zu ſeinem H. Vatter. in anon 3I 72 1i m

Den 1. Auguſty iſt hier zu Fulda, von dor befiiſche Regirung e ein Neuwen gulg ein Jericht nufgericht Letde, alß mit Pfeiffen undt mit Trummel, undt den 3. Auguſty auch So balt einer daran gehenckt worden.. Den 10. Auguſty Sindt 2 Stucklein undt 3 Feuwer Morſſel von hommelburg hier in die Stadt Fulda ins Schloß Komen undt den 18. diß Sindt auch 2 Kleine Stucklein von dem Neuwen hoff Komen undt darnach den 19. Auguſty hatt Landtgraff Wilhelm die Stucklein undt Feuwer morſſell Laß nach Caſſell fuhren. 16 Den 16. Septemb iſt der Capeteleitenamb Buchenauw mit ſeiner Company undt ſonſt noch eine alle beyde zu fuß in die Stadt fulda Komen undt Quartir bey den Burgern bekomen.

Den 18. September Seindt 2 Company zu Pferdt, durch die Stadt fulda Komen, nach Hommelbiug da haben ſie ſollen Quartir bekomp, iſt aller Heſſiſch Volck geweſſen, undt haben ſonſt allenthalben im fuldiſchen Landt auf den Dorffern auch gelegen, undt haben den Zendtgraffen zu Raſtorf hanß Mihm Todt geſchoſſen.

Den 21. undt 22. Septbr. Sindt veil von Adelauß dem Stifft Wurtzburg undt auß dem ampt Honmelburg wie auch alle die Heſſiſche beampten, auß dem ampt Hommelburg, mit Kuſchen, Wagen, Weyber, Kindern, undt mit Sack undt Pack, in die Stadt Fulda Komen, von wegen deß Keyßers Kridsnolc undt ein tag Stlaaegen⸗ undt den andern tag alle widerumb weg, In daß Landt zu heſſen. nnn nelrnnne

Den 24. Sept. ſindt viel Heſſiſche beampten, undt den 25. tito ſindt etliche Heſiſche Cantzeley Reht unde den 26. tito iſt der Heſſiſche Stadthalter Juncker Jorb von Beineburg, ſein hausfraw, ſein Kindern, Stadt⸗ ſchuldes, Predigeanden undt alle die Heſſiſche beonuidt mit Sack undt Ihds 4 der Stadt Fulda gezogen, vor dem Keyßerigs Krigsvolck. 9

Den 26. ſeptb. Diß iſt das erſte Kindt in der MNaumen Kirchen widerumb auf Cahtoliſch getaufft een iſt lenger alß in einem Jahr Keinß auf Cahtoliſch getaufft worden, alß auf Caluiniſch. 11

Den 28. September iſt heir in der ſtadt fulda ein großer lermmen worden, under den 4 Company 2 zu Pferdt undt 2 zu fuß, von wegen der Krawaten die ſich umb den flornberg undt Petersberg haben Laßen ſehen, ſindt die Krawaten hinder dem Petersbergen hingezogen, Ihrer 500 biß auf die hunfelter Starß, da haben ſie fuhrleut antroffen allezeit bey 60 Wagen undt Kahrn, die haben ſie aller mit genomen, mit Pferdten, Wagen, gut undt alles, undt alß nach biſchoffheim, iſt ein Stadlich gutt darauf geweßen, undt haben auch 5 fuhrmenner Todt, geſchoßen, darnach in der ſelbigen nacht umb 12 undt 1 Vhrrr ſindt die 4 heſſiſche Company 2 zu Pferdt undt 2 zu fuß, auß der Stadt fulda gezogen, ohne Trummelſchlag, gantz ſtill, ſindt tijehr in der furcht gembeßen undt haben alle die ſchlußell zu den Stadt thuren mit weg genohmen. f

Den 3. September Sindt widerumb daß erſtemal ein Company Crawatten inStadt fulda Komen, ſindt in in 113, Jahren Kein Crawatten oder auch ſonſt Kein Keyßers Volck hier geweßen, undt hatt Landtgraff Wilhelm zu heßen, den Stifft fulda, die 3 Jahr Ihnen gehabt, ſindt die Leut im Stifft fulda gar froh geweßen, daß die Crawatten Komen ſindt, undt hatt man in der PfarKirchen mitt allen Klocken gelauttet, undt den ſelbig tag, hatt herr Martin ein Kindt in der PfarKirchen widerumb auf Cahtoliſch geTaufft, undt in der ſelbigen nach, haben die Crawatten widerumb alle nach hommelburg gemuſt, da ſindt deß morgen die Leut in der Stadt ſehr erſchrocken geweßem, undt widerumb ſehr gefurcht vor dem heſſiſchen Volck Aber die Crawatten ſindt den 3. october widerumb