Aufsatz 
Die politische Geschichte der Frankfurter Juden bis zum Jahre 1349 / vom ... I. Kracauer
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besteigung fiel dieser Betrag ans Reich zurück¹). Noch im selben Jahr verlieh der neue König seinem Verwandten Gottfried von Epp- steinin Anerkennung seiner treuen Dienste 25 Mark*), bald darauf dem Ritter Gottfried von Merenberg aus demselben Grunde und wegen einer Schuld von 200 Mark eine jährliche Rente von 20 Mark auf die Frankfurter Juden*). Und am Ausgang seiner Regierung suchte Adolf den Erzbischof Gerhard von Mainz, dem er tief ver- schuldet war, dadurch zu befriedigen, daß er ihm 200 Mark vom Ungeld der Stadt Frankfurt und 300 Mark von den Juden daselbst so lange überwies, bis er seine Schuld getilgt hätte*). Wie dies zu geschehen hätte, darüber war Adolf von Nassau nicht lange in Ver- legenheit; er gedachte von den Juden den Betrag aufzubringen*). Sein frühzeitiges Ende in der Schlacht bei Göllheim hinderte ihn daran.

Sein Nachfolger Albrecht I. mußte sich beim Regierungsantritt zu großen Zugeständnissen gegen die Fürsten und besonders gegen den Erzbischof Gerhard von Mainz bequemen. Er überließ diesem so viel von der Frankfurter Judenreichssteuer⁰), daß ihm selbst wohl nichts mehr von ihr übrig blieb. Die Frankfurter Juden moch- ten nun besorgen, daß Albrecht I. deshalb noch weitere Anforde- rungen an sie stellen würde, er beruhigte sie aber mit der Ver- sicherung, daß er sie, so lange sie in den Händen des Erzbischofs wären?), verschonen wollte.

¹) l. c. S. 247 Nr. 513.

2) Die Urkunde ist am 3. November 1292 in Oppenheim ausgestellt. Boehmer-Lau I, S. 308 Nr. 619. Die am 23. April 1393 zu Nürnberg ausgestellte Urkunde gleichen In- halts(Boehmer-Lau I, S. 316 Nr. 633) ist nur eine Wiederholung, nicht etwa eine neue Verleihung. Noch viele Jahre beziehen die Herren von Eppstein 25 Mark von der Frank- furter Judensteuer.

³) Boehmer-Lau I, S. 310 Nr. 622. Davon verlieh Gottfried von Merenberg 4 Mark als Lehen(titulo feodali) dem Ritter Heinrich von Sachsenhausen. Boehmer-Lau I, S. 338 Nr. 684.

4) Die Urkunde ist in Oppenheim am 7. Juli 1297 ausgestellt. Boehmer-Lau I, S. 355 Nr. 712.

) Es heißt in derselben Urkunde: Hoc acto expresse, quod si pro totali liberacione dictorum reddituum ab ipsis iudeis subsidium duxerimus postulandum usw., also die Juden sollen die Gelder aufbringen, mit denen Adolf von Nassau seine Schuld tilgen und sie wieder ans Reich bringen will. Siehe die Bemerkungen über diese Urkunde bei Stobbe, Die Juden in Deutschland während des Mittelalters S. 98.

³) Boehmer-Lau I, S. 375 Nr. 750 und S. 402 Nr. 800. Erstere Urkunde ist ausge- stellt Oppenheim den 3. Oktober 1299, letztere Speier den 21. März 1302, wo es aus- drücklich heißt: Daz ungelt und die juden zu Franckenfurd, die sal he(scil. 1) der Erzbischof behalden recht, als unser breffe stant usw. Von der Judensteuer verpfändeten der Erz- bischof Gebhard und sein Nachfolger Peter je 100 Mark an Siegfried von Eppstein, s. Boehmer-Lau I, S. 418 Nr. 829 und S. 419 Nr. 831, S. 465 Nr. 897 und S. 467 Nr. 901 und 902. Im Jahre 1310 verpfändete der Erzbischof Peter dem Mainzer Domkapitel zur Deckung eines von ihm für den Rückerwerb der Burg Beckelnheim geleisteten Vor- schusses unter anderm 200 Mark der Frankfurter Judeneinkünfte. Boehmer-Lau S. 482 Nr. 934.

7)... existentibus taliter in manibus archiepiscopi memorati(scil. Gerhardi). Boehmer- Lau I, S. 376.

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