Aufsatz 
Das Frankfurter Gymnasium unter dem Rector Hirtzwig. Dr. Guil. Ern. Weberi Pror. et Prof. Carmen Saeculare : Mit hoher Genehmigung Eines Hochwürdigen ev. luth. Consistoriums zeigt Die Feyer des dreihundertjährigen Jubilaeums nebst den öffentlichen Prüfungen unseres Gymnasiums ... an / Johann Theodor Vömel Rector und Professor
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in die Geschäfte ein, bald ging der Rector, öfter aber noch das Ministe- rium unmittelbar an den Rath, und dieser verfügte darauf. Deſshalb bat Hirtzwig E. E. Rath:sein, als unschuldigen Rectoris, weniges Bedenken, vorab bey Ernennung neuer Collegen, nicht allerdings hintanzusetzen, son- dern vielmehr zu Erhaltung guter Affection und Respects bey den Collegis und Verhütung allerhand schädlicher Consequenz und Ekels jederzeit durch die Herrn Scholarchen mit dem Schulrectori aus E. E. F. W. Decret und Befehl über vorfallende Schulsachen groſsgünstig communiciren zu lassen. Darauf wurde decretirt: soll man ihm willfahren d. 4. Dec. 1624. Nichts destoweniger berichten bald darauf wieder 3 ev. Prediger über den Zustand der lat. Schule unmittelbar an den Senat. Aus diesem etwas leidenschaftlichen Bericht, welcher eine ausführliche Schulordnung enthält, erfahren wir Folgendes: Der Unterricht dauerte jedesmal 2 ½ Stun- den und begann regelmäſsig Sommers um halb sieben, Winters um halb acht. Die Sexta, welche zuweilen über 100 Schüler stark war, sollte eine Vorbereitungsclasse für das Gymnasium seyn, und schon damals wurde vorgeschlagen, sie in 2 Theile zu theilen. Der Lectionsplan ist methodisch fortschreitend und für die damalige Zeit vollständig; dies aber ausführlich zu zeigen, hätte für das gröſsere Publicam keinen Reiz. Aus den übrigen Theilen dieser Schulordnung heben wir nur heraus, daſs sie, auf die vom J. 1607 gegründet, der noch jetzt geltenden zu Grunde liegt. Die mancherley Mifsbräuche, namentlich in den Strafen, werden abgeschaft; z. B. die Schüler sollten nicht zum Vortheil der Lehrer um Geld gestraft, Winterszeit nicht an den heiſsen Ofen gestellt, nicht unter dem Angesicht geschwärzt werden u. dgl. Griechisch wurde in Tertia angefangen, sollte aber dem Plane nach in Quarta beginnen; d'e Quartaner wurden, doch gewiſs zu frühe, schon im Lateinischreden geübt. In allen obern Classen wurde strenge auf die lateinischen Exercitia gehalten und die Schüler nach ihren Fortschritten eingetheilt. Dieselbe Grammatik(im Lateinischen die Gieſser, im Griechischen die Straſsburger) ging durch das ganze Gym-