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Anſichten der Aeltern über Erziehung und Unterricht der Kinder nur in ſo weit berückſichtigt werden können, als ſie mit dem Lehrplan und der feſtgeſehten Ordnung des Inſtituts vereinbar ſid. Denn müßte nicht die Anſtalt in kurzer Zeit zerrüttet und aufgelößt wer⸗ den, wenn man bald den Wünſchen des Einen nachgeben wollte, welcher meint, es ſollten mehr Vokabeln memorirt, noch mehr Lehrſtunden auf die Grammatik verwandt, noch öftere und här⸗ tere körperliche Züchtigungen angewandt werden; bald denen des An⸗ dern, welcher glaubt, man verwende zu viel Zeit auf die Spra⸗ chen und deren Regeln, man ſollte mehr Realien treiben, und die Kinder nur von ihrem Unrecht überzeugen, dann würden die Stra⸗ fen ganz unnöthig ſeyn; oder wenn endlich an keinem Knaben eine Strafe vollzogen werden dürfte, ohne vorher die Zuſtimmung und Genehmigung des Vaters eingeholt zu haben? Solche Anſprüche⸗ die glücklicher Weiſe zu den Ansnahmen gehören, wirken nur nach⸗ theilig auf intellectuelle und ſittliche Bildung der Kinder; und gei⸗ ſtig ſowohl als ſittlich gedeihen immer die Zöglinge am beſten, und machen am ſeltenſten die Anwendung von Strafen nöthig⸗ die von ihren Aeltern, nicht zuweilen, ſondern beſtändig, zur Ord⸗ nung, zum Fleiß, zur Aufmerkſamkeit, zur Achtung und zum Vertrauen gegen die Lehrer ermuntert und angehalten werden.
Möchten dieſe Bemerkungen und Winke— dieſes iſt die Bitte
eines Lehrers, der es mit der Jugend und ihrer Bildung treu und redlich


