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Fassen wir die Resultate unserer Untersuchung zusammen, so fanden wir vor allem die fragliche Nothwendigkeit nicht con- sequent durchgeführt, in so fern sie auf das Erscheinungsgebiet eingeschränkt ist, welchem hoch über aller Erfahrung die Welt der Dinge an sich mit ihrer intelligibelen Freiheit gegenüber- steht. Sie erschien uns aber auch auf dem Erscheinungsgebiet selbst nicht scharf durchgeführt, da sie in der ersten Hälfte der Untersuchung abgeleitet wurde aus der Causalität der durch die Welt der Objecte gegebenen Motive, zu deren Spielball hier der selbst unveränderliche Wille wurde,— in der zweiten Hälfte aber aus der zu Grunde liegenden Willenskraft, ohne daſs zwi- schen beiden Gegensätzen eine zureichende Vermittelung gefun- den war. Diese Halbheit ergab sich als Folge der eigenthümlichen Scheidung der subjectiven und objectiven Welt auf metaphysi- schem Gebiet und zugleich auch der daraus sich ergebenden und in der vorliegenden Schrift durchgeführten unzureichenden Schei- dung und einer eben so unzureichenden Vermittelung des Be- wulstseins im Selbstbewufstsein und dem Bewulstsein anderer Dinge. Sodann zeigte sich die durchgängige Bedingtheit des Willens nicht geschieden von der Nothwendigkeit, die sich in der that- sächlichen Herrschaft der mannigfaltigsten Interessen über den Willen durchsetzt. Zugleich damit war auch die ebenfalls that- sächliche Macht des von mannigfacher Nothwendigkeit sich be- freienden und in der Herrschaft über die Objecte sich freihal- tenden Willens übersehen und damit für die Sittlichkeit in dieser Erscheinungswelt der Boden verloren, zumal dem ge- gebenen Charakter Unveränderlichkeit zukommen sollte und der Schwerpunkt für den Conflict der Motive, die in diesem Zu- sammenhang folgerichtig zu äufseren Willensanlässen degradirt wurden, in die Macht der äufseren Umstände verlegt war. Eine tiefere Untersuchung über die Natur des Willens überhaupt, der nicht in das Gebiet des starren Seins, sondern des Ge- schehens und Thuns gehört*), und über das Verhältniſs des Willens zum Bewulstsein, zum Gedanken und zum Interesse hätte Schopenhauer vor den gerügten Verirrungen bewahren sollen.
*) Vgl. Thilo a. a. O. S. 309.


