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eben so wenig als exacter Kümpfer für den Determinismus be- zeichnet werden, als in dem Nachtrage als Vertreter des Inde- terminismus. Wo die Nothwendigkeit siegen soll, entkommt die Freiheit seiner Waffe, und wo die Freiheit siegen soll, unterliegt sie der Nothwendigkeit. Was ist das zumal für eine Freiheit, die hinter und unterhalb des menschlichen Bewuſstseins liegt? (Das Bewulstsein, der Intellect ist bekanntlich bei Schopenhauer nichts ursprüngliches, er würde als nachgeboren zu bezeichnen sein, wenn überhaupt der Zeitbegriff statthaft wäre.) Wo das Selbst bewuſst erscheint, ist es sich bereits bewuſst als durchweg gebunden. Eine solche Freiheit meint der Mensch nicht, wenn er seine Willensfreiheit gesichert sehen will.— Als Determinist durfte Schopenhauer seine Nothwendigkeit nicht aus der Ver- standescausalität ableiten, als Indeterminist hatte er nicht nöthig das Licht der Erkenntniſs zu scheuen, wie er es thut, indem er in die transcendente Region flüchtet. Auf den Widerspruch, den er sich zu Schulden kommen läſst, indem er die vorbewuſste Freiheit eine intelligibele nennt, macht Trendelenburg in seinen logischen Untersuchungen(zweite Aufl. zweiter Band X: der Zweck und der Wille) aufmerksam*).
Was aber das Schwanken in der Durchführung der Noth- wendigkeit auf empirischem Gebiete betrifft, so ist dasselbe be- dingt durch die mangelhafte und oberflächliche Erörterung des Begriffes Nothwendigkeit im allgemeinen und durch die unzu- reichende individualisirende Einführung desselben in die beson- deren Gestaltungen, in welche derselbe eingeht. Ist ja doch die Nothwendigkeit in verschiedenem Sinne eine ganz verschiedene, eine andere als allgemeines Gesetz der Motivation, eine andere da, wo sie in der realen Macht der verschiedenartigsten Inter- essen die Gemüther und den Willen faktisch bindet. Wo es sich um den Nachweis handelt, daſs der Wille der Nothwendig- keit nie entrinnen kann, da hat man die Nothwendigkeit in ersterem Sinne, den Willen in seiner Urverbindung mit der Vorstellung, das Gesetz der absoluten Bedingtheit jedes Willens-
*) A. a. O. S. 109.„Schopenhauers intelligibele Freiheit mufste schon darum anders ausfallen, als Kants, da sie, genau genommen, gar keine intelli- gibele Freiheit ist; denn der Wille zum Dasein, so lehrt er, ist vor dem In- tellect und ohne den Intellect, der, durch die Sinne und das Gehirn vermittelt, hinterher kommt, um die Objectivation des Willens zu nichts als einer Vor- stellung zu machen.“


