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die Behörde der ausgesprochenen Bitte sofort zu willfahren. Am 13. Juli wurde dem Scheidenden im Prüfungssaale der Anstalt mit Musik und Gesang ein Fest bereitet, bei welchem die Schüler ihm als Zeichen ihrer Verehrung einen silbernen Pokal und ein gedrucktes schwungvolles Gedicht„Empfindungen und Wünsche sämtlicher Schüler des Pädagogiums zu Wiesbaden bei der Trennung von ihrem geliebten Lehrer, dem bisherigen Rektor Herrn C. Ph. S. Schellenberg“ überreichten. Zugleich wurde ihm durch einen Vertreter der Regierung das Dekret über seine Ernennung zum Kirchenrat ausgehändigt. Die Dankbarkeit und Liebe, die er sich bei seinen Zög- lingen zu erwerben gewuſst hatte, äuſserte sich am Tage vor seiner Abreise noch darin, dals ihm um die Mitternachtsstunde alle in Wiesbaden wohnenden ehemaligen Schüler ein Ständchen brachten. Nar ein Jahr hatte Schellenberg den Rektorstab des Pädagogiums geführt, aber es war ein hochwichtiges gewesen, da in ihm die Aufgabe gelöst war, die neue Organisation der Anstalt zur Durchführung zu bringen. Sein Nachfolger wurde der bisherige Prorektor Keck.
Das Pädagogium unter dem Rektorate des Johann Friedrich Keck (1818 bis 1822).
Die unmittelbare Folge des Rektoratwechsels war das Aufrücken der übrigen Hauptlehrer. Der Konrektor Lichtenberger wurde Prorektor, der zweite Konrektor Fischer erster Konrektor. Als zweiter Konrektor wurde der Kandidat der Theologie Friedrich Wilhelm Grimm von Erbenheim, bis dahin Privatlehrer in Weilburg, berufen. Der Rektor unterzog sich seinen neuen pflichten mit allem Eifer. Wenn§ 15 der Schulordnung bestimmte, dals am Schlusse jedes Monats eine Lehrerkonferenz stattfinden solle, in der alles zur Sprache gebracht werde, was das Wohl der Anstalt betreffe, so begnügte sich Keck hiermit nicht, sondern versammelte seine Kollegen allwöchent- lich an einem Abende zu gemeinsamer Besprechung litterarischer und pädagogischer Gegenstände sowie zur Erörterung über den Zustand des Pädagogiums und die von den Schülern gemachten Fort- schritte. Dies trug den Lehrern der hiesigen Schule seitens des Oberschulrates Schellenberg die Anerkennung ein,„dals sie in den Geist der Schulordnung tiefer eingedrungen seien.“ Der Rektor war auch bezüglich der Leistungen seiner Schule der Meinung, dals dieselben als günstige zu betrachten seien. Er berichtete im September 1819 der Regierung, die Lehrer hätten mit Eifer und Pflichttreue gearbeitet, die Schüler seien fleiſsig gewesen und hätten im ganzen gute PFortschritte gemacht; auch sei das Betragen der Mehrzahl rühmlich gewesen. Allein in den Kreisen der Eltern scheint man vielfach anders geurteilt zu haben. Denn Oberschulrat Schellenberg bemerkt in einem der Regierung eingereichten Vortrage, es würden Klagen gegen das hiesige Pädagogium geführt und die Schuld, dafs einzelne Zöglinge die Fortschritte nicht machten, die man erwarte, werde den Lehrern zugeschrieben. Auf solche Anklagen, meint Schellenberg, müsse jeder Schulmann gefaſst sein; denn Pfeffel sage sehr richtig:
„Lernt Hänschen was, so preist man seinen guten Kopf; Lernt Hänschen nichts, so heilst sein Lehrer nur ein Tropf.“
Indes im vorliegenden Falle waren doch Schellenberg und sein Kollege Koch, nachdem sie im Oktober die Anstalt zusammen besucht hatten, der Ansicht, daſs die Leistungen nicht in jeder Beziehung genügende seien. Sie fanden die Ursache in manchen Hindernissen, welche der Anstalt


