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„der erlauchte Patron unſerer Anſtalt, und Seine Majeſtät, der deutſche
„Kaiſer, der Schutz⸗ und Schirmherr des Reiches, ſie leben hoch, hoch, hoch!“
Über den weiteren Verlauf des Feſteſſens, die Trinkſprüche ſ. oben den erſten zuſammen⸗ faſſenden Bericht.
Die Herren Kollegen Willenbücher und Direktor Dr. Schön verzichteten wegen der zu weit vorgerückten Zeit auf ihre Trinkſprüche.
über die von ihm beabſichtigten Ausführungen ſchreibt erſterer(Herr Gymnaſiallehrer i. P. Willenbücher):
„Sie erinnern an das Wort eines Gönners der Anſtalt,*v-„ der am Schluſſe der Jahres⸗ prüfungen 1861 die Aufgabe der Schule als einer Pflegeſtätte deutſcher Geſinnung betonte; ſie weiſen dann hin auf die Zeit des großen Krieges, in welchem unſere Krieger, unter denen auch Zöglinge der Anſtalt ſich befanden, ein teures Gut uns erwarben; dieſes Gut muß nun aber auch erhalten werden; das Rüſtzeug dazu ſei die Kraft in dem Buſen, der Mut in der Bruſt; dieſe Kraft werde fort und fort in der deutſchen Schule gepflegt und genährt; da möge die Jugend heranwachſen an den Idealen des Wahren, Guten und Schönen, aber auch ſchon frühe in Zucht, Arbeitſamkeit und Ordnungsliebe ſich rüſten zu der Mannestugend, die das Vaterland ruhig ſein laſſe in der Gewißheit eines waffenumſchirmten Friedens; denn treu und ſtark ſtehe alsdann die Wacht am Rhein. In dieſem Sinne ſchließen alsdann die Ausführungen mit einem Hoch auf eine ſtrebſame, patriotiſche, zu jedem guten Werke tauglichen Oppenheimer und, da dieſe nur ein Teil des großen Ganzen ſei, auf das Wohl der deutſchen Jugend.“
Auf meine brieflich an Herrn Koll. Dr. Schön gerichtete Bitte, auch nachträglich ſeinen „alten Schülern“ einen Gruß zu ſenden, ſchreibt er:
„Wahrſcheinlich hätte ich zunächſt meinen Dank ausgeſprochen für das Hoch, das man am Kommersabend auf mich ausgebracht, dann hätte ich der glücklichen Jahre gedacht, die ich in Oppenheim verlebte und die ich hauptſächlich dem ſchönen Verhältnis verdanke, in dem ich zu den meiſten Bürgern ſtand, die mir ſtets in liebenswürdigſter Weiſe entgegenkamen, und hätte mein Hoch dargebracht den Bürgern Oppenheims.“(Vergl. die Anſprachen des jetzigen Direktors am Kommersabend.)
Nachdem ſich am Morgen des 5. Mai das Lehrerkollegium verſammelt und die Schul⸗ jugend aufgeſtellt hatte, wies der Direktor auf den ſittlichen Wert eines Feſtes wie das vor⸗ liegende und ſeinen geſchichtlichen Hintergrund hin, gedachte der den beiden hohen Herrn am vorhergehenden Tage dargebrachten Huldigung und verlas die ſchon oben erwähnte Depeſche Seiner Königlichen Hoheit. Die Jugend ſtimmte begeiſtert in das auf den Landes⸗ herrn und Patron der Anſtalt ausgebrachte dreimalige Hoch ein.
Beim Feſteſſen wurden Gratulations⸗Depeſchen verleſen
a. von folgenden früheren Lehrern der Anſtalt: aus Jagſtfeld von den Kollegen Dr. Otto Dittmar(1887— 89), W. Reuß(1892), A. Gebhard(1894), jetzt ſämtlich an der Gr. Realſchule zu Wimpfen;
b. von den früheren Schülern: Ober⸗Stabsarzt Dr. Müller(zu 56 u. 62) aus Deutz; Hieron. Schneider(61— 65) aus Ludwigshafen; Poſtaſſiſtent Anton Greif(Abit. 1890) aus Letmathe; Guſtav Thieme(Abit. 92) aus Hörde; cand. jur. Guſtav Schneider(Abit. hier 92, des Wormſer Gym. 94) aus Gießen; Ernſt Burgmann(Abit. 1894) aus Ilmenau.
Aus den Gratulations⸗Schreiben der früheren Kollegen willl ich einiges hervorheben. Herr Koll. Dr. W. Buchner ſchreibt: Eiſenach, 24. 3. 97.
Herzlichſten Dank, geehrter Herr Kollege, für gütige Überſendung Ihres Schulberichtes, der mir alte liebe Erinnerungen wieder wach gerufen hat. Wie war damals, Anfang der 50er Jahre, das Schulchen ſo klein, alle Verhältniſſe ſo idylliſch. Mit großer Freude ſehe ich, daß
*) Herrn Kreisrat Schmidt.
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