Aufsatz 
Beiträge zur Geschichte der Frei-und Reichsstadt Worms und der daselbst seit 1527 errichteten Höheren Schulen / Adalbert Becker
Entstehung
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M. Maerander, Cantor Abele 1747. 249

die erledigte Rectoratſtelle dem Conrector Röder, und die Conrectorſtelle dem praeceptori tertiae classis Mag. Brenner zu übertragen. Für die dritte Lehrerſtelle kommen in Vorſchlag Conrector M. Macrander von Grünſtadt und einige jüngere Lehrer, von denen einer ein Wormſer war. Im Einklang mit dem Gymnaſialviſitator Sen. Beer erklären ſich der Vorſitzende des Scholarchats, der Städtmeiſter Senior, und der dritte Scholarch für denin officio bereits bewährten Macrander. Außerdem beantragte das Scholarchat bei dem Rathe, als Cantor möge man ein Subjectum gewinnen, das nicht nur die Lectiones in der Schule, Latein, Catechismus und Sprüche in der 4. Klaſſe tractiren, ſondern auch, wofern eine gänzliche Aenderung erfolge, die Cantorei verſehen könne. Allein weil es ſchwer ſei, einen guten Cantorem und Schulmann in einer Perſon zu finden, will man lieber dem gegenwärtigen Cantor Fliedner einen Collaborator beigeben, der die Latinitaet in der Schule tractire; dagegen ſollte der Cantor, neben der Cantorei, in der Schule⸗ doch noch den Katechismus und die Sprüche lehren, damit er nicht beſorge, er ſolle aus der Schule entfernt und der ihm in Ausſicht geſtellten Beſoldung verluſtig werden. Der Magiſtrat beſchließt darauf am 8. Sept., Röder zum Rector, Brenner zum Conrector zu ernennen, Macran⸗ der als Magiſter an das Gymnaſium zu berufen. Hierauf wurden durch Decrete des Magiſtrats vom 15. Sept. 1747 Conrector Röder zum Rector, Brenner zum Conrector ernannt, und zwar in der zuverſichtlichen Hoffnung, es würden dieſelben fernerhin mit ſorgfältiger Unterweiſung der ihnen untergebenen ſtudirenden Jugend fortfahren und allen möglichſten Fleiß anwenden, daß ſelbige in Gottesfurcht, guten Wiſſenſchaften und Sitten auferzogen und hieſiges Gymnaſium, je⸗ länger je mehr, in Aufnahme gebracht werden möge. Röder und Brenner erhalten die Beſoldungen ihrer Vorgänger. Macrander wird ebenfalls am 15. Sept. 1747 zum dritten Lehrer mit dem Charakter eines Magiſter ernannt. Er erhältdie ordentliche Beſoldung, das gewöhnliche Schulgeld und alles Uebriges. Er tritt im Herbſt 1747 in den Dienſt und bleibt Magiſter bis 1770. Röder ſtirbt, wie es ſcheint, im Herbſt 1753; am 15. Oct. dieſes Jahres ſagt nämlich Städtmeiſter Gabler im Scholarchat, es ſei bekannt, daß Röder aus dieſer Zeitlichkeit abgefordert ſei, und der Gehalt Röders wurde nur für die drei erſten Quartale 1753 ausgezahlt.

Im Herbſte 1747 trat gleichzeitig mit Röders und Brenners Beförderung und Macranders Berufung an die Stelle des Cantors Fliedner Albrecht Ludwig Abele. Derſelbe wurde Lehrer der vierten Claſſe und bekleidete das Cantorat bis 1752. Am 12. Mai 1752 bittet Cantor Abele den Magiſtrat um baldige Entlaſſung aus der 4 ½ Jahr von ihm bekleideten Stelle, nachdem ihn Se. Durchlaucht der Landgraf zu Heſſen⸗ Darmſtadt Ludwig VIII. zum Amt des Cantors am Pädagogium zu Darmſtadt berufen. Abele verſpricht ſich von der Verſetzung nach Darmſtadt, daß er viele Gelegenheit zur Cultivirung der Jugend und Excolirung der geiſtlichen Musique erhalten werde. Obwohl Abele vertragsmäßig verpflichtet war, ein Vierteljahr vor ſeinem Abgang den Dienſt zu kündigen, und ein Nachfolger für ihn nicht ſofort gefunden war, ſo verſchob ſich ſeine Entlaſſung doch nur bis zum 23. Juni 1752, nachdem der Fürſtl. Heſſ. Conſiſtorialdirector in einem beſonderen Schreiben an den Magiſtrat Abeles Entlaſſung erbeten, dabei erinnernd, daß man aus heſſiſchen Landen dem Wormſer Magiſtrat mit verſchiedenen Subjectis gleiche Willfährigkeit erwieſen, und daß, wenn dem Magiſtrat dereinſtens gefällig ſein ſollte, jemanden von heſſiſchen Landeskindern zu ſeinen Dienſten zu employiren, man fürs künftige eine gleichmäßig willfährige reciprocation erweiſen und ſich ohnehin ein Vergnügen machen werde, denen Herren bei jeder Gelegenheit zu zeigen, wie man zur Erweiſung angenehmer Dienſtgefälligkeiten ſtets willig und bereit ſei. Abele war dann 17521761 Lehrer am Pädagoginm zu Darnſtadt.

Im Juli 1752 wurde als Nachfolger Abeles Johann Wildrich Braun mit dem

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