232 Vermiſchte Vorſchriften für Lectüre, ſchriftl. Arbeiten, Geſchichte, Geographie, Rhetorik, Philoſophie ꝛc.
32. Gleichwie die Geographia vniuersalis, vna cum vsu globi, ſchon in secunda dociret werden ſoll, alſo muß nachgehends in prima hierinnen continuiret werden.
33. An ſtatt der Geographiae antiquae, welche vor dergleichen discentes allzuſchwer, auch⸗ nicht vor jedermann nützlich iſt, ſoll die neuere Geographia, welche niemand entbehren kan, vor⸗ genommen werden.
34. Nebſt denen epistolis Ciceronis maioribus ſollen nicht allein wochentlich einmal die Officia eiusdem, ſondern auch zweymahl deſſelben Orationes selectae mit allem Ernſt getrieben, und die phrases& figurae rhetoricae beſtändig angezeiget, examiniret, und, gleichwie bey andern lateiniſchen scriptoribus jederzeit geſchehen muß, alſo auch in dieſem auctore variiret werden.
35. In dem Quinto Curtio ſoll nicht nur halbjährig ein gantzes Buch durchgangen, und deſſen ſchöne Redens⸗Arten ohnermüdet angemercket, ſondern auch nach Anleitung dieſes auctoris wochentlich ein exercitium siue domesticum siue priuatum angegeben werden.
36. Bei dem Virgilio ſoll inſonderheit Achtung gegeben werden auf die gar ſchöne phrases poeticas, und derenſelben vielerley variationes& expressiones, wie ſie bey dieſem groſſen Poeten ſelbſt anzutreffen ſind; nach deſſen Anweiſung auch ein exercitiam carminicum jede Woche, obgedachter maßen, dictiret werden ſoll.
37. Die praecepta oratoria ſollen aus Gerhardi Ioann. Vossii Rhetorica contracta siue partitionibus oratoriis hergenommen, und fleißig erkläret werden.
38. In logicis ſoll in prima ſowohl als in secunda eines Anonymi Ars cogitandi erote- matica, ſo zu Baſel Anno 1715 gedruckt worden, oder des Ephraimi Gerhardi Delineatio philo- sophiae rationalis, als welche beyde heutiges Tages vor andern guten Nutzen haben, dociret werden.
39. Die philosophia moralis Buddei mag ſo lange ausgeſetzet bleiben, bis in dem Gym- nasio die capacität und der numerus discipulorum wächſet, daß man eine Classem selectam formiren, und die nöthige philosophiſche disciplinen in ſelbiger durchgehen kan.
40. Die general-historie ſoll nach Anleitung des Ioann. Sleidani cum continuatione Con- radi Samuelis Schurzfleischii, oder nach Dieterici breuiario historico cum continuatione Imma- nuelis Weberi, oder auch nach denen nützlichen Fragen aus der historia universali des Christoph. Cellarii tractiret werden. Und damit die erlernete historie nicht ohne Nutzen ſeyn, ſondern ſolche auf unſere Zeiten appliciret, und zugleich die Krieges⸗ und andere termini, ſo in denen Zeitungen vorkommen, auf bewährt⸗Latein gegeben werden können; ſo ſoll erſtgedachten Schurafleischii Index strategicus, welcher hierzu gar dienlich, und vor einigen Jahren zum erſtenmahl in Gießen gedruckt iſt, in tertia, secunda& prima bey Erlernung des Cornelii, Caesaris, Ciceronis, Curtii&c. und bey angegebenen exercitiis ad horum imitationem angeſchaffet und gebrauchet werden.
41. Eine special-historie aber von Biſchöffen, Aebten dc. derer mittleren oder gantz neueren Zeiten ſoll noch zur Zeit nicht vorgenommen, ſondern vielmehr die historia generalis deſto fleißiger getrieben werden.
42. Wann bey denen auctoribus antiquis latinis Sachen vorkommen, ſo vel ad historiam, vel ad geographiam antiquam, vel ad mythologiam, vel denique ad antiquitates gehören, ſoll man bey dieſen ſich nicht zu lang auffhalten, ſondern die nöthigſte und kürtzeſte Erklärung der Jugend mit wenig Worten beybringen, auff das Haupt ⸗Weſen aber ſelbſt, nemlich die puram latinitatem, mehreren Fleiß anwenden.
43. Vor denen jedesmaligen examinibus ſollen exercitia pro loco in prosa, carminice& graece exhibiret, und in dem examine ohne correctur auf den Tiſch geleget werden.
44. In denen examinibus ſelbſt aber ſoll die Jugend nicht in der Ordnung examiniret,


