Repartitionsbrief vom 6. Nov. 1613. Einnahmeüberſicht vom J. 1618. 141
500 fl. ſollte im Verlauf der vorgeſehenen Zwiſchenzeit von zehn Jahren Beſtimmung getroffen werden.*)
Im Nachfolgenden iſt der beſprochene Repartitionsbrief von 6. Nov. 1613 nach zwei Hand⸗ ſchriften abgedruckt, von denen eine(D) unter den Jeſuitenacten des Darmſt. Staatsarchivs ſich befindet und eine Abſchrift einer von Notar Johann Valentin Piſtor beglaubigten Copie der wirk⸗ lichen Urkunde iſt; die andre Handſchrift befindet ſich im Wormſer Gymnaſialarchiv(G). Außer⸗ dem hat Schannat(hist. episc. Worm. tom. II. p. 434) einen Theil der nachfolgenden Urkunde nach einem im Biſchöflichen Archiv befindlichen Original abgedruckt.
„In Nomine Sanctae et Individuae Trinitatis Amen.“
„Nos Wilhelmus Dei et Apostolicae sedis gratia Episcopus Wormatiensis&c. Nos item Wilhelmus Theodoricus a Daun Decanus totumque Capitulum Cathedralis Ecclesiae Wor- matiensis&c. recognoscimus*) et praesentis scripti***) serie omnibus et singulis illud inspecturis, lecturis sive legi audituris testatum et compertum esse volumus in Domino, †) quod(cum aliquamdiu antehac de fundando et dotando Patrum Societatis JESu in urbe Wormatiensi Collegio, spiritus sancti procul dubio afflati bonitate, cogitaverimus, ac tandem praehabita matura deliberatione, initisque invicem consiliis, nec non omnibus exacte pensatis in hoc negotio pensandis, ac quae caeterum necessario desuper requirebantur diligenter adhibitis)
*) In der Handſchrift des Wormſer Gymnaſialarchivs, welche die Abſchriften der hier beſprochenen Urkunden vom 22. April 1613 und 6. Nov. 1613 enthält, iſt denſelben eine Abrechnung beigefügt, die das Jeſuitencolleg für den Biſchof und das Domcapitel aufgeſtellt hat. Darin wird conſtatirt, daß dem Collegium zwar eine jährliche Suſtentation von 1500 fl. gereicht werden ſolle, daß aber zunächſt nur 893 fl. gewährt ſeien, wozu dann ſeit den Jahren 1615 und 1618 noch Zinſenbezüge im Betrage von 270+ 125+ 125 fl.= 520 fl. gekommen ſeien, ſo daß das Collegium im Ganzen 1413 fl. beziehe und zur Completirung der bewilligten 1500 fl. noch 87 fl. ſehlten. Dieſe Abrechnung, welche mit den Beſtimmungen des Repartitionsbrieſs vom 6. Nov. 1613 in allen Einzelheiten übereinſtimmt, ſoll zur Erläuterung und Ergänzung dieſes Briefs hier beigefügt werden.„Notanda. Auß welchen vorhergehenden zweyen abſchrifften der Fundation-, Dotation- und Repartitions-Brieffen(vom 22. April und 6. Nov. 1613), ſo von Worth zu Worth denen Origina- libus gleichförmig, die Gottſeelige Intention und Will der Fundatorum gnugſam erhellet, daß jährlich zu des Collegii sustentation an Gelt oder angeſetzten Geltswerth ſolten gereichet werden 1 500 fl. Und zwar, wie her⸗ nachfolgt, zu erheben: 1) a Reverendissimo ac Celsissimo Episcopo: Terminus festo circumeisionis— paar gelt fl. 200; 2 Fuder Wein oder fl. 70.— 2) a Reverendo Capitulo: ex officio suspensionis fl. 200; item ex eodem fl. 40; ex officio absentiarii fl. 10; ex officio praesentiae fl. 6; 2 Fuder Wein ex torculari Dominorum oder fl. 70; 1 ½ Fuder(Wein)] ex ſofficio] praesentiae oder fl. 52.— 3) An Korn oder ins Gemein an Getraidt 140 malter à 1%¾ fl.: fl. 2 4 5.(50 malter e granario communis praesentiae, 30 maſter e granario majori, 35 malter e granario praesentiae, 10 malter e granario capituli majori, 15 malter loco panis quotidiani.)— Summa: fl. 893. Neben⸗ ſtehende oder im Repartitionsbrieff angewieſene Summa iſt fl. 893.— NB. ad hos implendos, daß iſt zu Com⸗ plirung der 1500 fl.(wiewohlen es nit zulänglich, wie erwieſen werden wirdt) iſt das Collegium angewieſen worden zu empfangen wie hernach folgt: 1) Reverendissimus et Celsissimus Princeps ac Episcopus Wilhelmus zahlte in anno 1615 nomine Collegii Wormatiensis der Churfürſtl. Maintziſche Cammer, in Abſchlag des Lerchiſchen Capitalis, 5400 fl., pro censu annuo fl. 270;— 2) Reverendissimum Capitulum hat in anno 1618 das Collegium angewieſen: bey Herrn Graffen von Cronberg, von 2500 fl. Capital die jährlichen Zinſen, als fl. 125; item bey der gemeinen Statt Wormbs, von 2500 fl. Capital jährliche Zinſen in gleichen fl.⸗ 125. Summa Summarum aller Anweiſung: fl. 1413.— Posito, daß obige anweiſung alle gangbahr, welches aber vermög der hernach⸗ folgenden außtheilung ſich nit befindet, ſo were doch daß Collegium liquide noch zu vergnügen; zu Complirung der 1500 fl. noch abgehen— Jährl. fl. 87.— Welches suo tempore et loco zu einer remonstration dienen ſolle.“
**½) Schannat und mser. D: recognoscimus; G: accognoscimus.
***) mscr. D: praesentis scriptis; G: praesenti seripti.
†) mscr. D: Domino Quod quum; G: quod cum.


