122 Die Rectoren M. Chr. Martinus, M. J. D. Fabricius, M. J. H. Misler.
an Geld und für das dritte Hundert Früchte und Wein zu geben verſprochen. Die Rectoren M. Martini und M. Fabricius wurden Pfarrer in Worms. Die in der Chronik der Wormſer Gymn.⸗Bibliothek enthaltene, nach den Sammlungen des Wormſer Pfarrers und Gymnaſialviſitators M. Muhl verfaßte Geſchichte der lutheriſchen Pfarrer der Stadt Worms, die für die Zeit von 1556 bis 1636 auch durch die Angaben Sigismund Gerlachs in dem Buche Suspiria sancta ec. beſtätigt wird, erzählt über die beiden Folgendes.„M. Chriſtian Mar⸗ tini. Dieſer ebenſo beredte Prediger, als geſchickte Schulmann war in dem Voigtländiſchen Städtlein Oelsnitz geboren und wurde an des Stephan Grün Stelle Anno 1624 berufen, am 6. Juli legte er ſeine Probepredigt ab, am 13. desſelben Monats iſt er eingeſegnet worden. Er hatte vor dem Predigtamt das Rectorat bei der lateiniſchen Schule verſehen, ſtand aber in dieſem Schulamt nur ſieben, im Pfarramt nur acht Jahre, maßen er am 26. April 1632 geſtorben.“ Nach dieſer Ausſage wurde M. Martini im Jahre 1617 Rector des lutheriſchen Gymnaſiums. Da nun nach obigem Protocoll vom 20. Jan. 1616 einem Rector ein Gehalt angetragen wurde, ſo iſt zu vermuthen, daß zwiſchen dem Rector M. Waſius und dem Rector M. Martini noch ein anderer Rector als Vorgänger Martini's fungirte. Ueber den Rector. M. Jacob Daniel Fabricius ſchreibt die gedachte Predigerchronik:„War bürtig von Idſtein(2) und Pfarrer in dem Dalbergiſchen Städtlein Herrnsheim, wurde hernach Rector bei der lateiniſchen Schule zu Worms und Pfarrer daſelbſt nach dem Abſterben des Joh. Mollenfeld. Denn als er am 8. April 1625 ſeine Probepredigt abgelegt hatte, wurde er am 22. Mai, nämlich auf den Sonntag vocem jucunditatis oder rogate genannt, der Gemeinde vorgeſtellt und eingeſegnet. Er hat beide wichtige Aemter wohl verwaltet.“ Er ſtarb am 9. April 1638.
Bei der Erwähnung des Rectors und Pfarrers M. Fabricius ſchreibt Sigismund Gerlach(S. 228):„Von andern Predigern zu Wormbs zu melden, als nemblich von Herrn M. Jacobo Daniele Fabricio, ſo anno 1638 daſelbſten auch ſeeliglich entſchlafen, ſind mir die Personalia ex singulari invidia entzogen worden. Doch iſt alles verziehen, todt und ab.“ Vor der Kanzel der St. Magnuskirche in Worms liegt der Grabſtein des Rectors Fabricius. Derſelbe iſt geziert mit dem ſchön gearbeiteten Wappen desſelben, das einen Amboß, ein Zahnrad und Aexte in ſich trägt. Die Umſchrift des Grabſteins gibt folgende Perſonalien: A. C. MDXC. XXXI. Aug. nasc. Ilgelsheimii in comit. Grumbach Rev. et Clar. dom. M. Ja- cobus Daniel Fabritius: denascitur Wormatiae per XIII ferme annos ecclesiae minister ortho- doxus An. MDGXXXIIX. IX. Aprilis aetatis XLVIII triste desiderium sui relinquens.— Der oben genannte Amtsgenoſſe des M. Fabricius, Gymnaſialviſitator und Pfarrer M. Michael Wenzel, der im Jahre 1616 als Prediger nach Worms berufen und an die Stelle des verſtorbenen M. Andreas Wilk getreten, ſetzte dem verſtorbenen Fabricius folgende Inſchrift auf den Grabſtein:
Nil robusta valent contra vim corpora mortis. Vera, gregem constans pascere cura fuit. Nil honor officium, nil genus ars et opes. Duplicis id templi nobis subsellia monst rant, Immites Parcae caeco velut impetu quosvis Civica turba probat, gens peregrina probat. Cum senibus juvenes sub sua sceptra trahunt. Servire ulterius potuisset dogmate plebi, Fabricium tollunt nostrum velut absque pudore Sed Jesu Christo sic placuisse vides. Abripiunt terris, abripiunt cathedrae. Spiritus in caelis exultet ovansque triumphet Fidus erat servus Christi, virtutis imago Et socium expetet corpus subinde suum.
M. Johann Hartmann Misler wurde 1683 Rector in Stade(vgl. die nach⸗ folgende Biographie des Conrectors Schild.)


