Aufsatz 
Beiträge zur Geschichte der Frei-und Reichsstadt Worms und der daselbst seit 1527 errichteten Höheren Schulen / Adalbert Becker
Entstehung
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Bruchſtück aus dem Schreiben der Stadt an Kaiſer Ferdinand II., d. d. 22. Dez. 1628. 117

in partibus Germaniae de latere legato der Consens(weßwegen dann unßere damahlige liebe Vorfordern im regiment Ihme Herrn Provinciali Dom. Bartholomaeo Hermann pro donatione remuneratoria vel vicissitudinaria 700 fl.(ſolche in anderer Ordens Clöſter Nutz nach ſeiner Gelegenheit außzutheilen und auffzuwenden) und dann 30 fl. an Koſten, zu Erlangung an⸗ geregter confirmation, eine obligation von ſich gegeben, ſolches Geld auch nach der Hand würkl. geſchoßen) auch erfolgt, deßen allenthalben auf die hierbey befindliche vidimirte copias beliebter Kürtze willen hiermit gezogen. Dabey es nicht verblieben, ſondern es iſt auch nachfolgendt ſolche donation und übergab von damahliger Kayſerl. Röm. Majeſtät weyland Kayſer Carolo dem Vten, Chriſtmildeſten Angedenkens allergnädigſt undt beſtändigſter maßen confirmiret, corroboriret undt beſtättiget worden, geſtaltſam hierbey mit einkommende vidimirte Copey des ernſtlichen Kayßerl. Gebotts und respect. Verbotts mit mehrerem außweißet. Und obwohlen in 10 Jahren nach be⸗ ſchehener donation und übergab, benantlich anno 1549, weyland Hr. Bruder Heinrich Stolleyßen, Barfüßerordens im Obern Teutſchland, damahliger provincial, vielgemelten D. Hermanns Sue- cessor ſeel., ſich vielgemelten Cloſters, ſelbiger Zeit aber allbereit Unßerer latein. Stadtſchuhlen, in etwas wiederum anzumaßen vermeintlich unterſtanden: ſo Er doch auf erſtgedachter Unſerer Vorfahren in Schrifften beſchehenen gründlichen Bericht und erfolgte wieder Antwort, Innhallts der Beylage, dabey alſobalden acquiescirt undt ſich zur Ruhe begeben, immaßen dann die gantze Zeit über, dieſe jetzige Neuerung ausgeſchieden, das geringſte nicht wieder geſucht oder praetendiret worden.(cf. Fol. 17.) Hierauf wird in dem Schreiben an den Kaiſer darauf hingewieſen, daß den die Reſtitution verlangenden Obſervanten die Berechtigung dazu von dem anderen Zweige des Franziskanerordens, den Conventualen Ludovicus a Musis und Bonaventura Marius, beſtritten wird; und es folgt dann nach weiterer Ausführung des auf dem vorhergehenden beruhenden Rechtstitels Berufung auf den Paſſauer und Augsburger Religionsfrieden, welche ſchließt, wie folgt:

Weilen nun unßer Hospital und consequenter gemeine Stadt Worms das offt ernante vor Jahren geweßene Barfüßer Cloſter, nunmehro aber Unßer lateiniſche S ſchul, nit eingezogen, ſondern daßelbige, wie zum offtern Anregung geſchehen, Anno Christi 1539, und alßo 13 Jahr vor dem Paßauiſchen Vertrag, 16 Jahr aber vor dem Religionsfrieden iusto titulo an gemeldte Stadt Wormbß kommen, und nit ad profanos usus, ſondern dem angezogenen Paß des Religionsfriedens in dem Buchſtaben gemäß, zur Schule, gleichfallß der Augsburgiſchen Confession gemäß, gewidmet und angewendet(wann auch vor Menſchen Gedenken) und alßo ultra tempus immemoriale in quieta possessione biß uff heutigen tag verblieben, So können wir nicht ſehen oder bey unß befinden, quo iure et praetextu unß daßelbige an⸗ oder abgeſprochen werden könnte.(Vgl. Fol. 1223 der Urkunden⸗Abſchriften.)

Signatum Wormbß den 22/12 Dez. 1628.

Ew. Kayſerl. Majeſtät Allerunterthänigſte getreu willigſte vnd gehorſambſte Städt⸗Burgermeiſter und Rath der Stadt Wormbß. (Vgl. Fol. 24.)

Ueber die Verhandlungen, die in der folgenden Zeit hinſichtlich des Barfüßerkloſters, zu⸗ letzt, wie Lehmann und Wagner erzählen, ſogar zwiſchen Kaiſer Ferdinand II. und Pabſt Urban VIII. geführt wurden, iſt es in Ermangelung der betreffenden Urkunden und beglaubigter Nachrichten nicht möglich, hier Urkundliches zu berichten. Jedenfalls erſchien der Schwedenkönig