Aufsatz 
Beiträge zur Geschichte der Frei-und Reichsstadt Worms und der daselbst seit 1527 errichteten Höheren Schulen / Adalbert Becker
Entstehung
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100 Zorns Epitaphium.

alſo noch zu Zorns Lebzeiten, über deſſen Bearbeitung der Wormſer Geſchichte ausſpricht, woraus hervorgeht, daß Zorn ſeinen hiſtoriſchen Stoff keineswegs in ſeiner am 12. Aug. 1570 vollendeten erſten Redaction der Chronik abgeſchloſſen, die ſich noch im Wormſer Archiv als Handſchrift A befindet, ſondern denſelben acht und zwanzig Jahre ſpäter immer noch unter den Händen hatte. Die nachfolgenden Worte Frehers beweiſen alſo, daß von der urſprünglichen Chronik Zorns die erweiterte Chronik desſelben unterſchieden werden muß, und es verdient gründlich ermittelt zu werden, in welchem Verhältniß die ſog. Flersheim'ſche Chronik zu dieſer erweiterten Chronik Zorns ſteht.(Vgl. oben S. 2 und 63, Anm.*). Ueber Zorns Geſchichtswerk ſchreibt Freher im Jahre 1598, und unverändert in der zweiten Auflage vom Jahre 1613:Hodie id argumentum in mani- bus esse intelligo M. Friderico Zornio scholae Wormatiensis rectori viro eruditissimo cui faventem Perficam opto.(Origin. Palat. pars II. p. 71.)

Daß Zorn auch der Verfaſſer der in der Handſchrift F der Zornſchen Chronik enthaltenen Religionsgeſchichte der Stadt Worms iſt, die der obigen Geſchichte der Wormſer Religionsneuerungen zu Grunde gelegt iſt, wurde bereits oben(S. 33 u. 61, Anm.) vermuthet. Damit ſtimmt auch überein, was der Wormſer Pfarrer und Gymnaſialviſitator Sigismund Gerlach in ſeinenSuspiria. sancta, S. 216 u. 217, ausſagt, indem er über den im Jahr 1556 nach Worms berufenen und 1576 da⸗ ſelbſt verſtorbenen Pfarrer M. Nicolaus Pultzius, der zuvor Pfarrer im Kloſter Reichenbach ge⸗ weſen, folgendes ſchreibt:Dieſer Herr Nicolaus Pultzius, Pfarrherr zu Wormbs hatt von Herrn Friderico Zornio Rectore in ſeiner Chronick diß Lob: De Pultzio certe hoc dicere possumus, fuisse eum virum divino ingenio, admirabili doctrina, singulari in concionando prudentia, eloquentia, prope talem ut homines eum Pericleo more perorantem vehementer mirarentur.(Philippus Melanchthon hatt ſein Braut allhier Anno 1557 zu Kirchen geführt; 13 Jahr hat man ihn müſſen auf die Cantzel tragen). Sigismund Gerlach theilt in dem hier erwähnten Büchlein:Suspiria Sancta Sanctorum, das von M. Andreas Wilk gedichtete Epitaphium Zorns, eine Beſchreibung ſeines Grabdenkmals und einige Verſe mit, durch welche die Bildhauerarbeit dieſes Monuments beſchrieben wird, und zwar, indem er ſeine Angaben mit dieſen Worten als glaubwürdig hinſtellt:Dieſes alles hab ich außgeſchrieben auß der vberſchickten Leich predig, Welche ich von den Herrn Zornen, ſo ſich noch zu Worms befindet, erbetten. Es folgt hier ein Abdruck der gedachten Mittheilungen Gerlachs über Zorns Epitaphium und Grabdenkmal.

I. Epitaphium.

Hac jacet in tenui Fridericus Zornius urna Historicos sacros evolvens atque profanos Doctrina claris notus ubique viris: Perlegit vigili sedulitate libros. Praesertim ante alios Constanti pectore fidus Optato tandem decessit fine beatus Magne Chytraee tuus semper amicus erat. Commendans animam, CHRISTEbenigne,tibi, Cui titulos docti dedit Heydelberga magistri Cum vitae satur et mundi pertaesus iniqui Aonidum casto condecorata choro Annos vixisset septuaginta duos. Qui quadragenos quinosque fideliter annos Hic male non moritur, Dominum quicunque Vangionum Patria rexit in urbe scholam. timere Erudiens blanda teneram gravitate juventam Et verbo didicit fidere, CHRISTE, tuo. In linguis, studiis moribus inque bonis, And. Wilkius.

II.In monumento Zorniano in lapide rubeo quadrata eiusmodi pictura incisa conspicitur: Vir nudus pede dextro tumulo seu sepulcro adhuc inhaeret atque insistit, pede vero