Der Barfüßerprovinzial Heinrich Stolleiſen fordert die Auslieferung des Kloſters an den Orden. 69
genannter Herrn E. E. Raths, an gutem dargezehltem Geldt, in Batzen zu meinem guten Genügen empfangen habe; ſage derohalben vor mich, meine Nachkommen undt den gantzen unßern Orden die dickbenanten Herrn Städtmeiſter, Burgermeiſter und Räthe, Ihres Spitals, die Elende Herberg genant, verordneten Pfleger und werres weiter bedürftig, auch jetzt benante 2 Herren, Georg Geuder undt Antonium Buch, dieſer verſprochenen 730 fl.(als deren von ihnen genugſam bezahlt, und, was ich ferner hierin oder ſonſt an Sie, ihren Spital, oder vnſer übergeben Cloſter Zuſpruch zu haben vermeinete) quit, ledig und loß; in Urkund habe ich Bartholommus Hermann mein provincial Ambts Inſiegel unten zu End dieſes Brieffs gedruckt, datum in die Laurentii d. 10. Aug. nach Chriſti unßers Seeligmachers Geburth taußend fünf hundert vierzig ein Jahr“.(L. S.)
5.„Imperatoris Caroli Quinti Confirmatio, belangend das über⸗ gebene Barfüßer⸗Cloſter in Wormbssub dato Speyerd. 27. Julii 1 543“.
„Wir Karl der Fünfte, von Gottes Gnaden Römiſcher Kayſer ꝛc. entbieten allen und jeden unßern vndt des heiligen Reichs Unterthanen vndt getreuen, geiſtlich und weltliches Standts, ſo dem Gotteshauß St. Franciscaner Ordens, in Unßer undt des Reichs Stadt Wormbs gelegen, Renth, Gült und Zinß zu reichen ſchuldig ſeyn und mit dieſem unſerm Brief oder glaubwürdiger Abſchrifft davon erſucht werden, Unſere Gnad und alles Gutes. Nachdem das gemeldte Barfüßer Cloſter zu Wormbs durch den Provincial, mit Bewilligung des Generals deſſelben Ordens, zu dem Spital daſelbſt zu Wormbs mit allen ſeinen Zugehörden, Einkommen, Zinßen vndt Gülten, außer vndt innerhalb der Stadt Wormbs gelegen, ewiglich undt ohnwiederruflich übergeben und zugeſtellt, welche Uebergab und Zuſtellung folgendts durch den Päpſtlichen Stul zu Rom confirmirt vndt beſtättiget worden iſt, inhalt deßelben Uebergab undt confirmation, dieweil denn vermög ſolcher Uebergab vndt darauff erfolgter confirmation die gedachten Zinß, Renthen, Gülten undt Einkommen des Cloſters hinführan dem gemelten Spital gereichet werden ſollen: Demnach empfehlen wir Ench, allen und einem jeden inſonderheit, von Röm. Kayſerlicher Macht, bei Unßerer und des Reichs ſchwerer Ungenad und Straff, mit Ernſt gebietend, daß Ihr alle die Zinß, Renthen und Gülten, es ſeye ahn Geldt, Getraydt oder anderm, nichts außgenommen, ſo Ihr vormahlß dem gemelten Barfüßer Cloſter zu Worms zu reichen und zu bezahlen ſchuldig geweſen, nun fürahn dem gedachten Spital daſelbſt zu Worms, zu deßelben Verwalthers oder verordneten Einnehmers Händen, ohn allen Abgang ent⸗ richtet vndt bezahlet, vndt Euch in ſolchem gehorſamlich haltet, alß lieb Euch ſeye, Unſere ſchwehre Ungnad und Straffe zu vermeiden; das meynen wir ernſtlich. Geben in unßer und des Reichs Stadt Speyer am 27. July 1543, unßers Kayſerthumbs im 23ten undt unßerer Reiche im 28ten Jahr“.
des Carolus(L. 4) ad nsnn Caes. et. dathol. Alis proprium. b Obernburger(Vgl. Fol. 25, 26. Lit. E.)
Als Heinrich Stolleiſen, Provinzial des Barfüßerordens, von dem Magiſtrat der Stadt das wohl erworbene Gymnaſialgebäude zurückgefordert hatte, richtete der Rath an denſelben folgendes Schreiben.„Der Stadt Wormbß Schreiben an Herrn Henrich Stolleyßen, Barfüßer Ordens provincialen, belangend das von ihme vffgeforderte Franciscaner Cloſter daſelbſten. Sub dato d. Zten april 1549“.„Vnſere freundl. Dinſte zubevor, Ehrwürdiger, Lieber vnd getreuer Freund, Euer Schreiben, das Barfüßer Kloſter in vnſerer Stadt[belangend]z, vnd daß wir Euch vnd dem Orden daßelbe ſambt ſeiner Zugehörung wieder zuſtellen ſollen, haben wir inhalts nach längſt hören laſſen. Vnd dieweil nicht Wir, ſondern Unſer kleiner Spital, die elende Herberg genant, zu noth⸗ dürftiger Unterhaltung der frembden, armen vnd kranken Pilgrime ſolches zerbrochen Kloſter(da


