Aufsatz 
Zur Erinnerung an Lazarus Geiger / von Hermann Baerwald
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Gotthold Ephraim Leſſing⸗Stiſtung.

Als im Jahr 1862 ſich in Berlin ein Leſſing⸗Comité bildete, um in der Hauptſtadt Preußens neben den Standbildern Schiller's und Goethe's auch das Standbild Leſſing's zu errichten, trat, in Folge einer von Verehrern Leſſing's in Berlin hierher gelangten Aufforderung, auch hier in Frankfurt ein Comité zuſammen, welches zur Förderung jenes Zweckes in einem engeren Kreiſe eine Geldſammlung veranſtaltete. Jahr und Tag ſind ſeitdem vergangen, ohne daß das Berliner Comité ſeine Abſicht hat in Ausführung bringen können, und ſo ſchien es angemeſſen, dem Er⸗ trage der hieſigen Sammlung eine andere, des großen Namens würdige Beſtimmung zu geben. In Uebereinſtimmung mit ſämmtlichen Contribuenten wurde daher beſchloſſen, das angeſammelte Geld es betrug im October v. J. fl. 760. 30 kr. zum Grundkapital einer den Namen Leſſing's tragenden Stiftung zu machen und dieſe Stiftung dem Schulrath der Real⸗ und Volks⸗ ſchule der israelitiſchen Gemeinde zu übergeben mit der Beſtimmung, daß aus dem jährlichen Zinsertrage das Schulgeld für ein armes Kind, ohne Unterſchied der Confeſſion und Heimath beſtritten werden ſolle. Der Schulrath acceptirte die Schenkung und auf ſeinen Antrag haben die Gemeindebehörden genehmigt, daß das jährliche Schulgeld für die Stipendiaten dieſer Stiftung in gleicher Weiſe wie für die von Rothſchild'ſchen Stipendiaten durch alle Klaſſen gleichmäßig auf nur 40 fl. beſtimmt werde.

Die Stiftung wird mit dem neuen Schuljahr ihre Wirkſamkeit beginnen.

In Leſſing's Geiſte zu wirken war das Streben der Gründer unſerer Schule und aller derer, die ſeitdem an derſelben mit Verſtändniß gearbeitet haben. Daher begrüßen wir es freudig und dankbar, daß dem Namen Leſſing's in unſerer Mitte ein Andenken geſtiftet geworden iſt und empfehlen die Förderung der jungen Stiftung den Verehrern Leſſing's und den Freunden unſerer Schule auf das Angelegentlichſte.