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zuſammen und beſchloſſen durch eine künſtleriſch vollendete Marmorbüſte ſein Andenken feſtzuhalten und die Herausgabe ſeines Nachlaſſes nach Bedürfniß zu fördern. Beide Beſchlüſſe ſind— Dank der Theilnahme einer großen Anzahl unſerer Mitbürger, ſowie der Verehrung, welche ehemalige Schüler ihrem heimge⸗ gangenen Lehrer über das Grab hinaus bewahren, und die in einer großen, in unſerer Turnhalle abge⸗ haltenen Verſammlung derſelben und ſpäter in anſehnlichen Geldbeiträgen ihren Ausdruck fand— in der Ausführung begriffen. Die Originalbüſte iſt für die Vorhalle der hieſigen Stadtbibliothek beſtimmt, ein zweites Exemplar wird hoffentlich für unſere Schule gewonnen werden.
Mitte Januar d. J. wurde unſere Schule von dem Conſul der Vereinigten Staaten Nordamerica's für Rumänien, Herrn B. J. Peixotto, am 21. Februar von den Herren Profeſſor Giarré und Conte Bas⸗ togi aus Florenz beſucht. Dieſe Herren nahmen mit eingehendem Intereſſe von den Einrichtungen unſerer
Schule Kenntniß. B. Das Schulhaus.
Unſer ſtattliches Schulhaus iſt in den Jahren 1843— 1845 erbaut und am 13. November 1845 ſeiner Beſtimmung übergeben worden. Bei der Anlage, die ſich im Uebrigen in dieſen 25 Jahren als durch⸗ aus zweckmäßig bewährt hat, waren die Bedürfnißanſtalten in das Haus aufgenommen worden. Das hatte Uebelſtände zur Folge, die von Jahr zu Jahr unerträglicher wurden. Die Beſeitigung derſelben war der nächſte Zweck der bereits erwähnten, in dem verfloſſenen Sommer ausgeführten baulichen Veränderungen.
Nach dem Urtheile aller Sachverſtändigen bot die Paſſage hinter dem Schulhauſe, an deſſen Nord⸗ ſeite, den geeignetſten Raum zur Aufnahme der Bedürfnißanſtalten. Der im Gebäude frei gewordene Raum ſollte zu den Schulſälen hinzugezogen werden. Auf dieſe Weiſe wurden im erſten Stock und im Erdge⸗ ſchoß je ein dreifenſtriges Schulzimmer von 21“ auf 27“ und im zweiten Stock ein kleineres zweifenſtriges Schulzimmer von 14 ½ auf 27 ½“ gewonnen; ferner wurde bei dieſer Gelegenheit auch die Einrichtung eines chemiſchen Laboratoriums ermöglicht und das Amtszimmer des Directors in die Mitte des Hauſes an eine Stelle verlegt, die einen Ueberblick auf die vor dem Schulhauſe gelegenen Spielplätze der Knaben und Mädchen gewährt. Da auch drei Schulzimmer mit in den Bau hineingezogen werden mußten, ſo wurden im Ganzen ſechs Schulzimmer neu eingerichtet, mit ſehr zweckmäßigen Fußböden von Eichenholz (genau nach der Angabe von Varrentrapp: Der heutige Stand der hygieiniſchen Forderungen an Schul⸗ bauten. Braunſchweig Vieweg 1869 p. 29) verſehen, in vier derſelben die eiſernen Oefen durch für Schulzwecke geeignetere von gebranntem Thon erſetzt. Die Gänge aus dem Schulhauſe in die Bedürfniß⸗ anſtalten, ſowie die vor denſelben ſind überdeckt, ſo jedoch, daß der Luft freier Zutritt geſtattet iſt. Spü⸗ lung und Waſſerverſchluß ſind in derſelben Weiſe angelegt, wie ſie bei einigen öffentlichen Gebäuden in England mit beſtem Erfolg in Anwendung gebracht ſind. Erſt mit dem Beginn des Winterſemeſters waren ſämmtliche neu gewonnene Räumlichkeiten ſo weit hergeſtellt und getrocknet, daß ſie ihrer Beſtimmung über⸗ geben werden konnten.
C. Lehrer⸗Collegium, Unterricht, Schüler.
Mit dem Schluß des Schuljahres nahm aus Anlaß ihrer Verheirathung Fräulein Eliſe Dilthey ihren Abſchied. Sie war ſeit dem Jahre 1861 an unſerer Schule als Zeichenlehrerin angeſtellt und hat mit der ihr eigenen, von der Liebe zur Kunſt getragenen Lehrbegabung, den ihr anvertrauten Unterricht in ſo anerkennenswerther Weiſe gefördert, daß ihr die Schule zu Dank verpflichtet bleibt. An ihrer Stelle iſt mit dem Beginne des Schuljahres der Malerin, Fräulein Karoline Schierholz, einer Schülerin des Herrn Profeſſor Becker, der Zeichenunterricht in allen Klaſſen der Mädchenſchule übertragen worden.


