Aufsatz 
Das Grab des Königs Konrad I. in der Basilika zu Fulda / von Jakob Gegenbaur
Entstehung
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erwähnt, auch Brower,)) der noch die alte Baſilika geſehen hat, erwähnt davon nichts und erſt Schannat hat, wie bereits oben erwähnt, dieſe eben angeführten Bezeichnungen, die aber nichts weiter bedeuten können, da ſie keine urkundliche Unterlage haben, als eine Umſchreibung des sepulcrum im allgemeinen, zuerſt angewendet. Wenn auch das Haupt des Königs Konrad I. niemals zu den eigentlichen Reliquien gerechnet wurde, ſo wäre doch jedenfalls dasſelbe, wenn es getrennt von den übrigen Gebeinen aufbewahrt worden wäre, allzeit als teueres Pfand in hohen Ehren gehalten worden, und doch ſicher in einem der ſpäter aufgeſtellten Inventarien oder Reliquienverzeichniſſe, deren noch mehrere vorhanden ſind, von denen eines das Copiarium VIII. nr. 336 des ehemaligen Fuldaer Archivs enthält, erwähnt, oder doch wenigſtens unter den Kirchen ſchätzen, zumal Meiſterlin dasſelbe mit einem goldenen Diademe geſchmückt geſehen haben will, aufgeführt worden. Es iſt dies jedoch nirgends der Fall.

Da die Reiſen Meiſterlins in die Regierungszeit des Abtes Jo hannes II. von Henneberg (1476— 1509) fallen, ſo könnte man, wenn der Chroniſt wirklich in Fulda geweſen wäre, nur etwa aber⸗ mals an eine Verwechslung denken, indem damals allerdings(1478) der Fürſtabt das Haupt des Papſtes Urban neu in eine ſilberne Kapſel hatte faſſen laſſen, oder wohl auch mit dem Haupte des hl. Simplicius mit einem in Gold ſtrahlenden Scheitel, das mit zu den großen Reliquien gehört,(Brow. A. F. p. 133) oder auch eines andern Heiligen. Jedenfalls iſt aus dem vorhergehenden klar, daß auf dieſe Nachricht Meiſterlins hin ein Beweis, daß etwa um das Jahr 1480 in der Stiftskirche zu Fulda das Haupt des Königs Konrad I., mit einem Diademe geſchmückt, vorhanden ge⸗ weſen ſei, nicht zu führen ſteht.

II.

Es wäre nunmehr feſtzuſtellen, wo der Kreuzaltar, neben welchem König Konrad I. begraben lag, in der Baſilika geſtanden habe. Brower in ſeinen Antiquitates Fuldenses ſagt zwar, es ſtehe feſt für ihn, daß der Leichnam des Königs Konrad I. in Fulda begraben ſei, jedoch ſei es„ſehr wahr⸗ ſcheinlich“, wenn man die verſchiedenen Unglücksfälle, welche im Laufe der Jahrhunderte die Baſilika betroffen hätten, betrachte, daß der König Konrad I. den erſten Platz ſeiner Grablegung nicht beibe⸗ halten, ſondern ſpäter einen andern eingenommen habe, bis ſeine unſtäten Gebeine in dem oratorium St. Andreae ihre bleibende Ruheſtätte gefunden hätten ²). In dieſer Andreaskapelle, die auch das „Sacellum zum neuwen hailigtumb“ genannt wurde und auf der Süd⸗Oſtſeite der Baſilika lag, befand ſich nämlich zur Zeit Browers ein Aufbau von Stein, der in verſchiedene kleine Fächer abgeteilt war, die mit den Knochen, welche ſich nach den großen Bränden des Stifts und beim Wegräumen des Schuttes noch vorgefunden hatten, ausgefüllt worden waren. Dieſe Mitteilung nimmt Schannat in ſeiner Dioecesis

¹) Derſelbe war in den 80er Jahren des 16. Jahrhunderts Rektor des Jeſuiten⸗Kollegiums zu Fulda; ſpäter lebte er bis zu ſeinem Tode in Trier. ²) Vergleiche die Abbildung der Baſilika nebſt der alten Abtsburg. Nr. 3.