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vulkanischen Massen, die sich bis zum Oberwald erstrecken, wo auch Nephelingesteine auftreten, kann bis jetzt nichts Näheres angegeben werden, weil darüber noch keine eingehenden geo- logischen Untersuchungen vorliegen..
Jedenfalls ist aber durch die während der einzelnen Eruptions- phasen ausgebreiteten Lavamassen ein grosses Plateau nach Art des isländischen Typus in unserem Gebiete geschaffen worden, auf dem sich, da der Vogelsberg einen ausgesprochen zentralen Bau hat, ein grosser Förderschacht herausgebildet haben muss. Über ihm wurde alsdann wohl wie beim Vesuv und Atna ein hoher Kegelberg aufgebaut, der hauptsächlich aus Asche, Tuff und Schlacken bestand und im Bereich des Oberwaldes gestanden hat. Von diesem Krater sind die Haupteruptionen ausgegangen; andere Ströme aber mögen wie beim Atna den Flanken dieses Zentralberges entflossen sein unter Bildung einer grossen Zahl von Seitenkegeln. Derartige Ausbrüche kommen dadurch zustande, dass der Kraterschacht den Seitendruck der aufsteigenden Lavasäule nicht auszuhalten vermag. Infolgedessen reisst der Berg dort auf, die Lava dringt hervor, erstarrt in den klaffenden radialen Rissen und bildet dann die sog. Gänge, die der Abtragung länger widerstehen als die Tuffmassen. Für die Wahrscheinlichkeit dieser Ansicht sprechen die mächtigen Gänge am Oberwald z. B. bei Hartmannshain, an dem Bilstein bei Busenborn und am Geiselstein ¹. Die Erosion hat im Laufe der Zeit die Haupt- und Seitenkrater zerstört, nur die tieferen Teile der mit Basalt angefüllten Zufuhrkanäle sind noch vorhanden, aber schwer zu erkennen.
Als alte Krater betrachtete seinerzeit A. Streng die zirkus- und hufeisenförmigen Geländeformen in den grossen Tuffanhäu- fungen am Aspenkippel bei Climbach, am Pfarrwäldchen bei Beuern, sowie am Atteberg und Hohberg bei Grossen-Buseck. Diese dürften aber wohl nur als Erosionsformen anzusehen sein ².
Nach Abschluss der Haupteruptionen fanden im Bereich des Vogelsbergs noch Erdbeben, Spaltenbildungen und Senkungen statt. So konnte Schottler z. B. in der Gegend von Giessen zahlreiche Verwerfungsspalten feststellen, durch die hier die grossen Basaltdecken in Teilstücke zerlegt wurden, die alsdann durch Ab- sinken in verschiedene Höhenlagen kamen. Diese Verwerfungen
¹ Schottler, Der Vogelsberg im Vergleich mit anderen Vulkanen, Vor- trag, a. a. 0O. ² Schottler, Die Basalte der Umgegend von Giessen, a. a. O. S. 450.


