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In den an beiden Lokalitäten vorkommenden Fossilien lernen wir die reiche Fülle von Lebewesen kennen, die einst das ältere Tertiärmeer bevölkerten. Weitaus am meisten finden wir hier die rundlichen Schalen von Pectunculus obovatus(Taf. I Fig. 9), die durch ihre feste Struktur diese Muscheln ganz besonders zum Klippenbewohner befähigten. Zu vielen hunderten stecken die Schalen, zuweilen noch in geschlossenem Zustand, im Sande oder in den Kalkbänken, die sie oft fast allein bilden. Von anderen Muscheln kommen vor: Cytherea incrassata, drei Pectenarten, Teredo anguina(eine Bohrmuschel), die öfters im versteinerten Holz gefunden wird, sowie die besonders grossen Formen von Perna Sandbergeri und der bereits bei Neubamberg erwähnten Auster Ostrea callifera. Die Schalen der letzteren sind teils zu starken Felsbänken verkittet, teils dem Melaphyr angewachsen, fast genau so wie in der Zeit, als ihre Bewohner noch lebten. Weit mehr als 100 Arten von Schnecken haben ihre Gehäuse an der Trift und Wirtsmühle zurückgelassen. Von diesen erwähnen wir die schönen, langgestreckten und zugespitzten Formen verschiedener Cerithien, ferner Cypraea subexcisa(eine Porzellanschnecke), Tritonium foveolatum(Taf. I Fig. 3), Pleurotoma belgica(Taf. I Fig. 4) und schliesslich die grösste Schnecke im ganzen Mainzer Becken, die Natica crassatina, deren festes Gehäuse etwa die Grösse einer Faust erreicht. Die ungewöhnliche Dicke der Schalen, wie wir sie auch bei Pectunculus, Perna und anderen antreffen, lässt den Schluss zu, dass alle diese Tiere in der Umgebung der beiden genannten Melaphyrhügel einen besonders günstigen Wohnplatz gehabt haben, und dass ihnen hier durch die Brandung Nahrung in Hülle und Fülle zugeführt wurdet. Die übrigen Klassen der wirbellosen Tiere sind ziemlich spärlich vertreten. Man fand Reste von Krebsen, z. B. Balanus stellaris, von Stachelhäutern, Korallen usw. Von Wirbeltierresten fällt besonders die grosse Menge von Haifischzähnen auf, die mehreren Arten angehören. Vornehmlich sind es die Zähne von Lamna cuspidata,(Taf. I Fig. 2) die an den verschiedenen Orten unseres Gebietes bald als Wolfszähne, bald als Vogel- und Otterzungen bezeichnet werden. Als besonders riesigen Hai, der bei Weinheim gelebt hat, kann man Carcharodon angustidens bezeichnen, denn seine Zähne haben eine Länge von
¹ Khnlich waren wohl auch die Lebensbedingungen bei Waldböckel- neim, das nächst der Nahe zwischen Kreuznach und Kirn liegt und durch seine Meeressandfauna ebenfalls berühmt ist.


