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T. 1 (1908) Starkenburg
Entstehung
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den Odenwald in zwei Teile, die sowohl landschaftlich als. auch geologisch von einander verschieden sind.

Dort im Osten und Südosten zeigen sich langgestreckte plateau- artige Bergrücken, oft mit Steilabfall in die Täler, ohne grossen Wechsel in der Form, eintönig und in meist nördlicher Richtung vom Neckar zum Maine dahinziehend. Das ist der hintere oder Buntsandstein-Odenwald.

Ganz anders dagegen ist das Bild im Westen und Süden; hier mächtige gewölbte Kuppen, einzelne Kegel, vielgestaltige Berge und Steilgehänge, die mit einander wechseln. Wir sind im vorderen oder kristallinen Odenwald, so genaunt nach seinen Gesteinen, die vornehmlich kristallin sind. Dieser westliche Ge- birgsteil ist vielfach von Verwerfungsspalten durchzogen, denen er nicht zum mindesten seine landschaftliche Schönheit ver- dankt. Die grösste und bedeutendste dieser Spalten verläuft von NNO nach SSW etwa von Klein-Umstadt zu dem Otz- berg, von hier östlich Brensbach vorbei nach Bockenrod, Weschnit⸗ und am Ostabhang der Tromm vorüber in der Richtung nach Waldmichelbach. Sie heisst dieOtzbergspalte und zerlegt den vorderen Odenwald in dasBöllsteiner Gebiet im Osten mit meist horizontal gelagerten Geteinen und dasBergsträsser Gebiet im Westen mit solchen, die mehr steil gestellt sind.

Neben den kontaktmetamorphen Schiefern beteiligen sich fast nur Eruptivgesteine an dem Aufbau des vorderen Odenwaldes. Unter diesen sind es vornehmlich die Tiefengesteine Diorit, Gabbro und Granit, und von ihnen hat der letztere zweifellos die grösste Ausdehnung. Nur geringen Anteil an der Zusammensetzung des Gebirges nehmen Diabas, Melaphyr, Porphyr, Basalt und Trachyt.

Der Granit tritt auch hier wie in Darmstadt und Umgegend in zwei Varietäten auf, als Hornblendegranit mit meist kugeligen Absonderungsformen und als Glimmergranit, der, soweit er nicht durch den Gebirgsdruck beeinflusst ist, bankige oder parallelepi- pedische Absonderung zeigt. Häufig findet man den Hornblende- granit von Adern und Gängen des Glimmergranits durchzogen, sowie Blöcke des ersteren von dem letzteren umhüllt. Daraus schliesst man, dass der Biotit- oder Glimmergranit jünger ist als der Hornblendegranit.¹

¹ Näheres darüber siehe: Klemm, Erläuterungen zur geol. Karte d. Grossh. Hessen, Blatt Birkenau(Weinheim) 1905, S. 31 32.