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hier in der mittleren Tertiärperiode, und man darf annehmen, dass das langsame Einsinken derselben auch heute noch andauert. Dies beweisen die Erdbeben, die von 1869 bis 1871 und in späteren Jahren in der Rheinebene zwischen Odenwald, Vogels- berg und Haardt mit ider Gross-Gerauer Gegend als Centrum stattfanden ¹.
Während in Rheinhessen und der Wetterau die tertiären Ablagerungen die Hauptmasse des Bodens bilden, sind sie am Odenwaldrande nur noch in kleinen Resten vorhanden. So findet man Meeressand und Septarien- oder Rupelton bei Heppenheim und Weinheim, Corbicula- und Cerithienkalke bei Darmstadt, Langen und Sprendlingen und pliocäne Tone nordöstlich und östlich von Darmstadt bis Gross-UÜUmstadt und Hanau. In dieser Gegend werden die letzteren seit alten Zeiten bei Eppertshausen, Urberach, Gross-Zimmern und Dieburg abgebaut und zur Fabri- kation von Ton- und Steinzeugwaren verwendet.
Als weitere tertiäre Bildungen seien noch die braunkohlen- artigen Schichten bei Messel angeführt, die in einer Graben- versenkung teils auf Rotliegendem, teils auf Granit und Diorit liegen. Sie sind von diluvialen Kiesen und Flugsand bedeckt und besitzen an den Rändern des Lagers eine Mächtigkeit von 8— 9 Metern, die nach der Mitte hin rasch zunimmt und hier etwa 150 Meter beträgt. Aus dem durch Tagbau gewonnenen Material werden Schmieröle, Paraffin und andere Destillationsprodukte her- gestellt. In den Schichten hat man fossile Reste von Krokodilen, Schildkröten, Fischen, eines Sumpfvogels und von Pflanzen ge- funden ².
Auf das Tertiär folgte das Diluvium und hierauf das Allu- vium; die Ablagerungen des ersteren sind in den Tälern und am Rande des Odenwaldes verbreitet, die des letzteren bedecken das Angelände seiner Flüsse und Bäche.
Im Anschluss an diesen Ueberblick über die erdgeschicht- liche Entwickelung des Odenwaldes wollen wir nun einige seiner Gebiete etwas näher betrachten.
Eine Linie, die man sich von SSW nach NNO in der Rich- tung von Heidelberg nach Aschaffenburg gezogen denkt, scheidet
¹ Näheres siehe: Steuer, Erläuterungen zur geolog. Karte des Gross- herzogtums Hessen, Blatt Gross-Gerau, 1905, S. 5.
² Steuer, Die Braunkohlenlager im Grossherzogtum Hessen etc. in „Handbuch für den Deutschen Braunkohlenbergbau“ von G. Klein, Halle a. 8 1907.


