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Resten zunächst die Schichten des Rotliegenden abgesetzt, das der- einst wohl unser ganzes Gebiet bedeckt hat, heute aber nur noch im nördlichen Odenwald(siehe Seite 16) und in der Gegend zwischen Heidelberg und Schriesheim bekannt ist. Uber die rotliegenden Sedimente breiteten sich mächtige Porphyr- und Melaphyrströme aus; erstere finden sich z. B. in der Gegend zwischen Schries- heim und Dossenheim(Olberg), letztere nördlich und nordöstlich von Darmstadt; an beiden Lokalitäten werden die Gesteine in grossen Steinbrüchen abgebaut.
Auf die rotliegende Formation folgte die des Zechsteins, der eine Kalkablagerung marinen Ursprungs darstellt. Er tritt als Zechstein-Dolomit im Odenwald nur an wenigen Orten zutage, so z. B. bei Weschnitz und Oberkinzig, wo diese Kalksteine ge- brochen werden, um zur Herstellung von Mörtel, besonders Wasser- mörtel Verwendung zu finden. Weit wichtiger aber als für diese Zwecke ist der Zechstein als Träger von Manganerzen, unter welchen der Braunstein(Mangansuperoxyd) in der Industrie viel- fach gebraucht wird; wir erinnern nur an die Glasfabrikation und die Gewinnung von Spiegeleisen, das aus Roheisen mit 5— 20% Mangan besteht. Die Erze wurden früher bei Bockenrod in der Nähe von Reichelsheim bergmännisch gewonnen, heute wird nur noch Bergbau auf sie in der Gegend von Waldmichelbach be- trieben.„
War der Zechstein eine Formation, die wir nur an wenigen Stellen unseres Gebietes antrafen, so begegnen wir in der nun folgenden Buntsandsteinstufe der stärksten und verbreitetsten Ab- lagerung im ganzen Odenwald. Sie nimmt heute noch zwei Drittel desselben ein und hat ihn dereinst wohl ganz bedeckt; dies be- weisen die Reste über und zwischen den kristallinen Gesteinen des westlichen Odenwaldes z. B. bei Weinheim, Heppenheim(Starken- burg) und Lichtenberg. Die Buntsandsteinmasse des Odenwaldes ist nur ein Teil dieser über Deutschland weit verbreiteten Ge- steinsart. Wir treffen dieselbe noch in den Vogesen, dem Schwarz- wald, dem Spessart, am Vogelsberg, an der Rhön, am Thüringer Wald und am Harz, sowie unter dem Diluvium der norddeutschen Tiefebene; bei Helgoland taucht sie gleichsam als vorgeschobener Posten aus dem Meere auf.„Wie für die Landwirtschaft,“ sagt Neumayr,„so ist auch für die Untersuchungen des Geologen der Buntsandstein ein ziemlich trostloses Revier: Eintönigkeit der Fels- arten und überaus grosse Armut an Versteinerungen sind zwei Hauptcharakterzüge, die der Forschung auf diesem Gebiete wenig


