Druckschrift 
T. 1 (1908) Starkenburg
Entstehung
Einzelbild herunterladen

25

produkte solcher Sedimente durch. Eruptivgesteine, besonders durch den Granit und bezeichnet sie alsumgewandelte oder kontaktmetamorphe Schiefer. Sie treten teils als zusammen- hängende Massen, teils als grössere oder kleinere Schollen zwischen Tiefengesteinen auf oder kommen als Einschlussstücke in diesen vor. Solche Einschlüsse kann man z. B. öfters am Granit und den daraus hergestellten Werkstücken wie Treppenstufen etc. be- obachten. Sie alle müssen als die Reste des bereits erwähnten alten Schiefergebirges angesehen werden. Von den Lokalitäten, an denen sich die Schiefer in ihren verschiedenen Erscheinungs- formen finden, seien folgende angeführt: Der Herrgottsberg(Göthe- felsen) bei Darmstadt mit Diabashornfels, der Steinbruch der Odenwälder Hartsteinwerke zwischen Nieder-Ramstadt und Traisa mit Hornfels in Wechsellagerung mit Kalksilikathornfels neben Granit und Diorit, der Prinzenberg bei Eberstadt mit quarzreichem Schiefer nebst Hornblendegestein, das Nordgehänge(Himmels- leiter) des Frankensteins mit Schiefergestein, von Diorit und Gabbro injiziert, das Kirschhäuser Tal bei Heppenheim mit steil aufge- richteten Schieferhornfelsen, das Gorxheimer Tal bei Weinheim mit Quarzitschiefer. Hieran reiht sich schliesslich noch ein Schiefer- gebiet von besonderem Interesse. Wandert man von Bensheim a. d. B. durch das hübsche Tal der Lauter, so kommt man am hochgelegenen Schloss von Schönberg vorüber durch das ansehn- liche Pfarrdorf Reichenbach und gelangt in 2 ½ Stunden nach Gadernheim. Folgt man nun von hier aus dem Tale, das sich nach der Neunkircher Höhe zieht, so erreicht man bald auf der linken Talseite hochgelegene Felder. Auf diesen liegen die an- gewitterten Stücke eines hier zwischen Graphitschiefern und Gabbrodioriten¹ auftretenden Gesteins, das von massiger Struktur ist und ein eigenartiges Aussehen besitzt. Dies rührt, wie man leicht an einem frischen Stück des schiefrigen Gesteins sehen kann, von roten Granaten her, die, wenn sie klein sind, in grosser Zahl dicht aneinander gedrängt neben den übrigen Gemengteilen liegen; kommen sie vereinzelt darin vor, so sind sie stärker und zeigen zuweilen Haselnussgrösse. Nach diesem Mineral hat man die Schiefer mit dem NamenGranatfels bezeichnet; das Volk nennt siePerlsteine.

An früherer Stelle(Seite 15) hatten wir Gelegenheit der ziemlich weit ausgedehnten Diabaslager zu gedenken, die in der

q'

¹ Chelius, Erläuterungen z. geol. Karte etc., Blatt Neuenkirchen, Darm- stadt 1901.