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T. 1 (1908) Starkenburg
Entstehung
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heute noch die Dünenzüge zwischen Darmstadt und Zwingenberg an den Odenwald reichen, während wir von letzterem Orte bis Heidelberg die alte, etwa eine Stunde breite Niederung des Neckars zwischen dem Flugsandgebiet und dem Gebirge finden. Sie ist fast überall von den Hochwasserabsätzen dieses Flusses bedeckt und lässt noch zahlreiche meist vertorfte Neckarschlingen erkennen.¹ In späterer Zeit durchbrach der Neckar unterhalb Heidelberg die Dünen und schuf seinen heutigen nach Westen auf Mannheim gerichteten Lauf. Der Dünenboden eignet sich in- folge seiner grossen Wasserdurchlässigkeit ebensowenig zum Acker- bau wie der flach ausgebreitete Flugsand, auf dem man nur in regenreichen Sommern sichere Prträge erwarten kann. Um so mehr sind die Dünen aber zur Waldkultur geeignet, besonders gedeiht darauf die Kiefer, die das Kennzeichen dieser Gegenden ist.

An die Flugsandflächen der Bergstrasse schliesst sich im Westen das UÜberschwemmungsgebiet(das Alluvium) des Rheines, das sogenannte Ried, an.

In den verschiedenen diluvialen Ablagerungen? unserer Gegend und in der Rheinebene findet man hie uud da Reste von Tieren, vornehmlich von Säugetieren, deren Arten heute nicht mehr hier, sondern zum grössten Teil in nördlichen Erdstrichen vorkommen, oder ganz ausgestorben sind. Dadurch werden wir zur Frage ge- führt: Wie sah es denn in der Diluvial- resp. Eiszeit mit der höheren Tierwelt in unserem Gebiete aus?

Die riesigen besonders von Norden her vorrückenden Glet- scher verwandelten allmählich alle bisher bewohnbaren nördlichen Länder in eine Eiswüste. Diese konnte natürlich weder Pflanzen noch Tieren Raum und Mittel bieten zu einer, wenn auch noch so anspruchslosen Existenz. Gar manche Art der Flora und Fauna ging in dem furchtbaren Kampfe ums Dasein zu Grunde, und das, was übrig blieb, wich nach Süden zurück. Am Rande des Eisgebietes und in den eis- und schneefreien Gegenden sammelte sich die bedrängte Tierwelt. In Scharen tauchten die nordischen Gäste in unsern Breiten auf und mischten sich unter die ein- heimischen widerstandsfähigen Bewohner.

Die hauptsächlichsten Repräsentanten dieser Fauna sind das Mammut, das behaarte Nashorn, der Urochs, der Wisent, der Riesenhirsch, der Elch, das Renntier, das Wildpferd, der Höhlen-

¹ Näheres darüber siehe: A. Mangold, die alten Nackarbette in der Rhein- ebene. Abh. Gr. hess. geol. Landesanstalt zu Darmstadt Bd. II, Heft 2, 1892. ² 2. B. im Löss am Pilgerhaus b. Weinheim, siehe: Schottler a. a. O. S. 51.