Aufsatz 
Die Einweihungsfeier der Liebigs-Oberrealschule / Karl Dorfeld
Entstehung
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Stadtbaurat A. Buxbaum, Beschreibung des Gebäudes.

Als Bauplatz diente das im Besitze der Stadt befindliche Gelände des alten Gas- werks. Die Gesamtanordnung des projekts ist derart getroffen, daß die Ober- realschule und die Höhere Mädchenschule parallel zu einander stehen, und zwar die Oberrealschule an der Landwehrstraße und die Höhere Mädchenschule an der Lagerhaus- straße. Dazwischen sind die beiden Turnhallen so angeordnet, daß die Schulhöfe voll- kommen von einander getrennt sind. Der Schulhof der Oberrealschule mit 3500 qm schließt sich an den Schulhof des Neuen Gymnasiums an und öffnet sich nach der Lagerhausstraße. Der Schulhof der Höheren Mädchenschule mit 2600 qm öffnet sich nach der Wendelstadtstraße. Das gemeinsame dreigeschossige Schuldienerwohngebäude steht an der Lagerhausstraße und zwar zwischen dem Polizeirevier und der Höheren Mädchenschule. Die Lage der Klassen sollte nach Norden weisen, die Lehrsäle für Physik, Chemie und Naturwissenschaften aber nach Süden liegen. Damit war die Haupt- gruppe des ganzen Gebäudes gegeben.

Das Gebäude der Oberrealschule steht nicht parallel zur Straßenfluchtlinie, sondern senkrecht zur Turnhalle und parallel zum Neubau der Höheren Mädchenschule, weil ein Abstand von 20 m zwischen dem Schulgebäude und den Nachbarhäusern, wie er er- forderlich gewesen wäre, nicht möglich war, wenn die beiden notwendigen Turnhallen zur Ausführung kommen sollten. Bei dem zukünftigen Ausbau der Straße wird auf die Stellung des Schulgebäudes derart Rüçksicht genommen werden müssen, daß ein städte- baulich günstiges Straßenbild entstehf..

Die Architektur des Gebäudes ist in einfachen Formen gehalten und zeigt in der Hauptsache einen Putzbau mit sparsamer Verwendung von Werksteinen. Die Portale sind etwas reicher gegliedert und mit bildnerischem Schmuck nach den Modellen des Bildhauers Professor Heinrich Jobst versehen.

Das Gebäude besitzt 4 Stockwerke. Die Fundamente bestehen aus Beton, das Mauerwerk aus Backsteinen und die Fensterbänke aus Flonheimer gelbem Sandstein. Der Sockel wurde mit einer Verblendung von rheinischem Basalt versehen. Die Dach- deckung wurde mit Schiefersteinen ausgeführt. Alle Decken und die hauptsächlich be- lasteten Pfeiler der Treppenhäuser wurden in Eisenbeton, erstere zwischen eisernen Unter- zügen ausgeführt. Die Bodenbeläge bestehen aus roten Tonplatten, die Treppenbeläge aus Odenwaldgranit, die Sockel und Fensterabdeckungen aus belgischem poliertem Granit.

Das Gebäude umfaßt 19 Klassensäle, 1 Physiksaal mit Vorbereitungs- und Samm- lungsraum, 1 Chemiesaal mit Vorbereitungs- und Sammlungsraum, 1 Saal für Natur- geschichte mit Vorbereitungs- und Sammlungsraum, 1 Uebungsraum für Physik, 1 Uebungs- saal für Chemie, 1 Uebungssaal für Naturgeschichte, 1 Zeichensaal mit Sammlungsraum, 1 Saal für darstellende Geometrie, 1 Lehrerzimmer, 1 Direktorzimmer mit Vorraum, mehrere Lehrmittel- und Sammlungsräume, 1 Zimmer für den Schuldiener, 1 Raum für die Bücherei, 2 Aufenthaltsräume für die auswärtigen Schüler, 1 Turnhalle mit Wasch- raum, Garderoben und Geräteraum. Die Schüler- und Lehreraborte sind in den einzelnen Geschossen untergebracht.