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bolik mit sinnlichen den sprachlichen Ausdruck. Da unsere Vorfahren in der Zeit, wo sich unsere Sprache bildete, noch in lebendigem Verkehr mit der Natur standen, so bilden aus dieser entnommene Vorstellungen auch den Urinhalt sehr vieler Wörter. Allerdings ist diese innere Sprachform bei vielen Worten im Laufe der Zeit mehr oder weniger verloren gegangen, verdunkelt worden; allein in vielen Fällen ist sie doch noch vorhanden, ohne dalſs sie auf den ersten Blick erkannt oder beachtet wird. Geschieht dies aber, so ist eine gewisse Anschaulichkeit des Denkens ermöglicht; auch die abstrakten Wörter gewinnen dann durch die Beziehung auf die Anschauungswörter, von denen sie abgeleitet sind, selbst an Anschaulichkeit.„Von der Anschau- lichkeit aber ist die Klarheit des Denkens bis hinauf in die höchsten Regionen der Begriffe abhängig. Die Anschaulichkeit ist auch die Grundlage des wahrhaft poetischen Stils, welcher nicht sowohl darin besteht, daſs die Vorstellungen von Bildern und Metaphern begleitet werden, um durch das anschauliche Gleichnis sie selbst mittelbar anschaulich zu machen, sondern darin, daſs die gewählten Wörter selbst und deren Zusammen- hang die Gegenstände als anschaubar darstellen. Die Wörter, an denen die ursprüngliche sinnliche Bedeutung noch irgend wie zu erkennen ist, in eben diesem Sinne zu gebrauchen, so daſs wo möglich bei der Anwendung eines Bildes dieses sich an jene anlehnt, dies kann man geradezu als Bedingung eines guten Stils ansehen“(Lazarus, Geist und Sprache). Sinnliche Wörter reizen das Gefühlsvermögen und machen dadurch den Stil lebendig; die Lautmalerei, deren sich die poetische Sprache bedient, beruht auch hierauf. Auch der fremdsprachliche Unter- richt zieht aus dem Reichtum des Geistes an sinnlichen Vor- stellungen Nutzen. Man denke nur an die synonymen Ausdrücke, welche auf die innere Sprachform zurückzuführen sind und in denen sich oft überraschende Eigentümlichkeiten des Charakters, der Lebensweise und der Bildung eines Volkes zeigen. Aus all diesen Erörterungen geht aber deutlich hervor, wie notwendig es ist, daſs in dem Geist eine möglichst groſse Zahl klarer und geordneter sinnlicher Vorstellungen vorhanden ist, welche die durchs Wort dargebotenen Vorstellungen apperzipieren und


