Zweiter Theil.
Die Sphäre des Archimedes.
Vorbemerknngen.
Der Syracuſaner Archimedes¹), geb. 287, bei Eroberung von Syracus durch Marcellus im Jahre 212 v. Chr. von einem römiſchen Soldaten*) getödtet, gehörte zu den bevorzugten Menſchen, welchen es gegeben iſt, durch außerordentliche Leiſtungen nicht nur ihre Zeitgenoſſen zu erleuchten, ſondern auch der Nachwelt zu nützen und zum Lohne dafür Unſterblichkeit des Namens zu empfangen.
Ausgeſtattet mit ungewöhnlichen Geiſteskräften, begünſtigt durch äußere Verhältniſſe, getragen durch die hohe wiſſenſchaftliche Cultur ſeiner Zeit, mit ungetheiltem, raſtloſem Eifer den mathematiſchen Studien ergeben, die ſeinen Neigungen zuſagten,— bewirkte er durch die Tiefe ſeines Nachdenkens, durch die ſeltene Schärfe ſeiner Combinationen, wie durch die Größe ſeiner vielſeitigen Entdeckungen in der Mathematik nach ihrem ganzen Umfange nicht ſowohl eine überraſchende Weiterförderung, als vielmehr durch die Reuheit ſeiner Grundſätze eine völlige Umgeſtaltung. Feſſelte das Großartige von dieſen ſchon an und für ſich die Aufmerkſamkeit der Sachkundigen, ſo mußte die ſinnreiche Anwendung derſelben in verſchiedenen
Zweigen der Mechanik, je augenfälliger dieſe wirkte, um ſo allgemeinere Bewunderung erregen.
1) Fabrie. Biblioth. Gr. III. cap. XXII, pag. 544.— Groddeck Init. hist. Gr. lit. T. II, p. 126.—
Encyelopädie der Wiſſenſch. v. Erſch u. Gr. sub Archimed. 2) Plin. KHiet. Rat. VII. 38(7)— Valer. Ma. VIII. 7. Eat. 7.— Iir. XMV. 1.— Plutreh.
vit. Marcell. cap. 20. 1


