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Unser Landesmuseum
Entstehung
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Da der letzte Schultag des Halbjal1res auf den 2. Oktober fiel, nahm der Unter-zeichnete bereits a111 sonnabend, den 25. september, Gelegenheit, dem am llIichaelistermin aus dem Herzoglich Anhaltischen schuldienste ausscheidenden Oberlehrer Dr. Meyer den Daiik dei- Anstalt für die derselben geleisteten treuen Dienste auszusprechen und ihm die guten lViinsche des Kollegiums für sein ferneres Ergehen aus- zudrücken. Dr. Meyer übernahm eine Oberlehrerstelle an dei« 0berrealschule der Franckeschen stiftungen zu Halle a. s. Die durch seinen Abgaiig freigewordene Oberlehrerstelle wurde zunächst nicht wieder besetzt, die bisher von p. Meyer erteilten Unterrichtsstunden wurden unter die übrigen Lehrer verteilt. Bei derselben Gelegenheit wurde dei- Abiturient des lVlichaelistermins mit einer kurzen Ansprache entlassen.

Vllinterhalbjahr 1909X10.

Da die AtIla des Fridericianums am Dienstag-, den 19. Oktober dem allgemeinen deutschen Kirchen- gesangverein zur Verfügung gestellt war, begann das Winterhalbjahr erst a1"n 20. dieses Monats.

Das Reformationsfest und der Geburtstag Sr. Majestät des Kaisers wurden durch Festakte gefeiert; der erste war liturgischen Charakters in Verbindung mit einer Ansprache des Oberlehrers Prietscli, am zweite11 hielt Professor« Dr. Bahrs die Festrede über das Thema: ,,XW-as soll Deutschlands Losung- sein, ein ewig-ei- Friede oder ein ehrenvoller Friede?« Ferner fand am 10· November eine kurze Feier des 150. Gedächtnistages der Geburt Schillers in Form eines Deklaniationsaktus statt. Die Schüler der oberen und mittleren Klassen besichtigten wiederholt unter Leitung des Zeichenlehrers scheffers die in der hiesigen Kunsthalle ausgestellten Gemälde. Die Intendanz des Herzoglichen Hoktheateiss veranstaltete zwei Vorstellungen für schiiler zu ermälzigten Preisen. Zur Aufführung gelangten am 6. November schillers Jungfraii von 0rleans, am 27. November schillers Verschwörung des Fiesco zu Genua. Die mündliche Reifeprükung fand am Sonnabend, den 19. Februar-, unter dem Vorsitz des Unterzeichneten als stellvertretenden Herzoglichen Prüfungskommissars statt. Von den acht Abiturienten, welche in dieselbe eintraten, wurden zwei dispensiert, die übrigen sechs bestande11.

Die auffalleiid milde Witterung des WVinters übte auf die Gesundheit der Lehrer und schüler einen günstigen Einklulz aus, vertretungen wegen Erkrankung wurden nur in zwei Fällen auf kurze Zeit notwendig.