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3. öbersicht über die absolvierten Pensen. Ober-Prima. Ordinarius: Professor Dr. Fechner.
Religionslehre, evangelische. S.-S. Johannisevangelium im Urtext. Confessio Augustana. W.-S. Lektüre des Römer- und Galaterbriefes im Urtext. Hollenbergs Hülfsbuch. 2 St. Senior Decke.
Religionslehre, katholische. Die Sittenlehre. Die Lehre von den heiligen Sakramenten nach Dubelmann I. 2 St. Hitschfeld.
Deutsch. Vierwöchentliehe Aufsätze, dazu ethische Beurteilungen historischer Ereignisse und Personen. Lektüre einzelner Stücke von Goethe und lyrisch-philosophischer Gedichte Schillers. Uber- sicht der Litteratur von Wieland an, Biographie Goethe's. Freie Vorträge. Philos. Propädeutik: Wieder- holung des Pensums der Unter-Prima. 2 St. Prof. Dr. Fechner.
Aufsatzthemata: 1. Die Bedeutung des westfälischen Friedens. 2. Welchen Gewinn hat uns der deutsch-franzö- sische Krieg gebracht? 3. Woraus erklärt es sich, daß England die Weltherrschaft zur See errang? 4. Vater und Sohn in Goethe's„Hermann und Dorothea“. 5. Woraus erklärt es sich, daß Preußen trotz seiner Kleinheit die fünfte Großmacht wurde? 6.(Abituriententhema Mich. 1891.) Hannibal und Karl XII., eine geschichtliche Parallele. 7. Ist Ewald v. Kleist's Ausspruch:„Der wahre Mensch muß fern vom Menschen sein“ berechtigt? S. Didicisse fideliter artes emollit mores nec sinit esse feros. 9. Der Mensch kann von sich selbst nicht scheiden(Tasso). 10. Darf man das„nil admirari“ des Horaz
zur Lebensregel machen? 11. Vergleichende Charakteristik Tasso's und Antonio's nach Goethe. 12.(Abituriententhema Ostern 1892). Welche Bedeutung hatten die Ackergesetze für das Staats- und Volksleben der Römer?
Latein. Wöchentliche Exercitien oder Extemporalien. 2 St. Lektüre im S. Tacit. Dialog. und Cic. epist. sel. von Süpfle-Böckel, im W. Cic. epist. sel. 3 St. Der Direktor. Horat. Satiren und Episteln mit Auswahl, Repetition der Oden. 2 St. Oberl. Richter. Grammatik von Ellendt-Seyffert.
Griechisch. Lektüre Demosth. oratt. IV, V, VIII, Plat. apol. u. Crito. 3 St. Hom. II. XIX— XXIV. Soph. Aiax, Ubungen im Extemporieren. 2 St. Grammatische Repetitionen und zwei- wöchentliche Extemporalien. 1 St. Grammatik von Gerth. Oberl. Seyler.
Französisch. Lektüre im S. Lanfrey, Expedition d'Egypte, im W. Molière, les femmes savantes. Grammatische Repetitionen, dreiwöchentliche schriftliche UÜbungen. 2 St. Plötz' Schul- grammatik. Dr. Harczyk.
Hebräisch. Das unregelmäßige Verbum, Suffixa, Elemente der Syntax. Ubersetzungen aus dem Pentateuch, den historischen Schriften und Psalmen. UÜbungen im Analysieren, Grammatik von Gesenius. 2 St. Dr. Badt.
Geschichte und Geographie. Geschichte der Neuzeit vom westfälischen Frieden bis 1871 und Repetitionen nach Herbst's Grundriß. 2 St. Geographische Repetitionen. Seydlitz' Schul- geographie. 1 St. Prof. Dr. Fechner.
Mathematik. Einzelne Kapitel aus der neueren synthetisches Geometrie. Kubische Gleichungen. Das Binomium. Erweiterung und Einübung aller Teile. Kambly I-IV. 4 St. Oberl. Dr. Depène.
Abiturientenaufgaben Michaelis 1891:
1. Um eine Schuld von 30 000 Mark zu tilgen, die mit 4% verzinst werden, sollen andere 30 000 Mark, von denen die Hälfte zu 4 ½, die andere zu 5 ½% aussteht, dergestalt benutzt werden, daß nur die Zinsen als Abzahlungsmittel ge- braucht werden. Wie lange muß dies geschehen? 2. Durch einen gegebenen Punkt auf einem von 3 gegebenen Strahlen eine Gerade so zu ziehen, daß 2 Dreiecke mit gegebenem Flächenverhältniß abgeschnitten werden. 3. Mit welcher Ge- schwindigkeit und unter welchem Winkel muß ein Geschoß fortgeschleudert werden, damit es bei 180 m höchster Höhe erst nach 3000 m horizontaler Weite den Erdboden erreicht? 4. Es soll angegeben werden, wie man aus den 6 Kantenlängen
eines Tetraeders die Länge der Verbindungslinie der Mitten zweier Gegenkanten durch Konstruktion finden kann. Ostern 1892:
(a-=) VaA=E. G=b) Wr - E=R+ G-b)
— C
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