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Der Erfinder dieſer ſatiriſchen Medaille, die von Einigen dem Lucas Cranach zugeſchrieben wird, ſoll der Superintendent zu Magdeburg, Nicolaus von Amsdorff, ſein. Derſelbe wurde vom Kurfürſten von Sachſen zum Biſchof von Naumburg⸗Zeitz beſtimmt, auch 1542 eingeweiht, mußte aber 1546 wieder abſtehen, weil ihn der Kaiſer und der Papſt nicht anerkannten.
Vergoldeter Talisman 24 M. mit erhöhtem Rand und Henkel, aus dem 16. Jahrhundert: Chriſtuskopf nach links mit drei Strahlen, links hebr. Schin, rechts Aleph, zu erklären isch schalem (Mann des Friedenus)— Hebräiſch Meschiach merod na bosch vajabo dama usah saro d. h. Meſſias(zur Bezeichnung des Bildes) Fliehe die Schande, kommen wird das Bild, und erhebe ſeinen Feldherrn.
Das Ohr iſt gedreht wie der Ring und Henkel von Nr. 659; die hebräiſchen Aleph ſind wie lat. N. Wahrſcheinlich entſtand die Medaille unter Karl V und diente als Talisman im Kampf gegen die Türken. Die Erläuterung der Schrift verdanke ich Herrn Pfarrer Neuber dahier. Talisman von Blei 48 M., wahrſcheinlich aus dem 17. Jahrhundert:
DISE MINERALISCHEV(und) MERCVRIALISCHE MATERT Sonne umgeben von Planeten⸗ zeichen— DISER TALERISTV-DENENTMINERALIEN PREPARIRT. und innen VOR FLUSS KRAMPFVND ROTLAUFF WAN ER BEY DEN MENSCHEN GETRAGEN WIRDT darunter ein unbekanntes Wappen mit Helmzierde.
Ovale Medallle der fruchtbringenden Geſellſchaft oder des Palmenordens, Höhe faſt 40, Breite 38 M: ALLES ZV NVTZEN(oben auf einem Band) Deti Palmen, vor der mittleren ein Portrait mit der Umſchrift DERWOLGERAHTENE. Im Abſchnitt DIE-FRVCIHTBRING:ENDE: GESELL.:SCHAFFT.(3m Feld eingravirt A. E. und 16 90)— VERACHTETDASIRRDISCHE(oben auf einem Band) Wappen an dürrem Baum, nach der Sonne gewendete Sonnenblume. Im Abſchnitt DER-HIMMLISCH(M u. L verb.) GESINNTE-
Der Palmenorden, der ſich die Reinerhaltung der deutſchen Sprache zur Aufgabe machte, wurde 4617 in Weimar geſtiftet und blühte bis 1680, zuletzt in Halle. Die Mitglieder gaben ſich allerlei abgeſchmackte Namen. Der Wohlgerathene iſt der Vorſteher des Ordens, Auguſt von Sachſen⸗ Weißenfels, der von 1667 bis 1680 Adminiſtrator des Erzſtiftes Magdeburg war.
Vergoldete religiöſe Medaille 38 M. aus dem 17. Jahrhundert, gehenkelt:
AC9.(Apoſtelgeſch. Cap. 9) SAVLSAVL-OD-ME-PERSEORISxGAT(Galater I,13) SVPRA- MODPSEOQBAR ECCLEDE(quid, persequeris, modum. persequebar ecclesiam Dei) Die Bekehrung des Saulus, darunter SAVLVS—
ORGANV-ELECTVESTMIHILISTEVT PORTET-NOMEN-MEV-CORAGENTIBOs Bruſt⸗ bild nach links, darunter PAVLVS' links im Feld ACT. und rechts„9(nämlich Apoſtelg. IX,15) Taufmedaille 32 M. von Sebaſtian Dadler(vgl. Nr. 601):
Chriſti Taufe im Jordan— Das iſt mem! Kieber Sohn an welchem ich wohlge⸗ fallen habe m: ¹: 17 c: unten 8 D
Derartige Medaillen dienten als Pathengeſchenke. Wie m und a zu leſen ſei, iſt nicht klar. Die angeführte Stelle findet ſich Matth. III, 17; XVII,5, Marcus I,11.
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