Druckschrift 
2 (1885)
Entstehung
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Königlichen Gymnaſialdirektor ernannt und ihm durch Verfügung des Herrn Miniſters der geiſt⸗ lichen ꝛc. Angelegenheiten vom 7. October die Direktion des hieſigen Gymnaſiums übertragen worden. Am 16. Oct. wurde er von Herrn Provinzial⸗Schulrat Dr. Lahmeyer vor verſammelten Lehrern und Schülern feierlich in ſein neues Amt eingeführt.

Freitag den 31. Oct. wurde um 3 Uhr nachmittags der Unterricht geſchloſſen und Lehrer und Schüler verſammelten ſich in der Aula, wo in herkömmlicher Weiſe die Doppelfeier des Reformationsfeſtes und des Stiftungstages unſerer Anſtalt durch Geſang, Gebet und An⸗ ſprache des Gymnaſiallehrers Pfr. Hüpeden begangen wurde.

Mit Genehmigung des Kgl. Provinzial⸗Schulkollegiums wurden für das Winterſemeſter 10 Stunden Turnunterricht dem Lehrer Schäfer von der hieſigen Stadtſchule und der Geſang⸗ Unterricht dem Lehrer Hoßfeld aus dem benachbarten Dorfe Engern übertragen. Beide be⸗ gannen ihre Thätigkeit an der Anſtalt am 11. Nov.

Leider ſah ſich der Oberlehrer Dr. Schmidt durch ſeinen Geſundheitszuſtand genötigt, von Kgl. Provinzial⸗Schulkollegium einen zunächſt dreimonatlichen, dann noch einmal verlängerten Urlaub zu erbitten, ſodaß er von Mitte November ab bis zum Schluſſe keinen Dienſt thun konnte. Zu ſeiner Vertretung wurde von Kgl. Provinzial⸗Schulkollegium der Kandidat Wende) hierher dirigiert, der am Gymnaſium zu Fulda mit der Ableiſtung des Probejahres beſchäftigt war.

Auch außerdem machten mehrfach Erkrankungen von Lehrern Vertretungen durch die Kollegen nötig.

Am 10. December gaben Schüler des Gymnaſiums unter Leitung und Mitwirkung ihrer Muſiklehrer, der Herren Heiſterberg und Kellermann aus Bückeburg, in der Aula ein Inſtru⸗ mental⸗Konzert..

Am 14. December ſtarb ein braver Schüler der Anſtalt, der Obertertianer Chriſtian Kröner, und wurde am 17. von ſeinen Lehrern und Mitſchülern zu Grabe geleitet.

Gymnaſium zu Wiesbaden und ſtudierte dann von Oſtern 1858 1862 in Bonn, Berlin und Göttingen klaſſiſche Philologie. Im Winter 18%, beſtand er die erſte Gymnaſiallehrer⸗Prüfung und erhielt im März 1863 von der Univerſität Bonn auf Grund des Rigoroſums und einer Diſſertationde gymnasii Vitruviani palaestra die philoſophiſche Doctorwürde. Nachdem er dann 1 ¼ Jahr in Curland eine Hauslehrerſtelle gehabt hatte, wurde er Michaelis 1864 zum Collaborator am Gymnaſium in Wiesbaden ernannt. 1869 wurde er ordentlicher Gymnaſial⸗ lehrer und 1878 etatsmäßiger Oberlehrer an derſelben Anſtalt, nachdem er im Jahre 1877 den Oberlehrertitel erhalten hatte. Im Druck erſchien von ihm außer der erwähnten Diſſertation eine Abhandlung: Über das Arενεενιον Anaximanders.(Progr. des Gymn. zu Wiesbaden 1867). 3

*) Alexander Wende, geb. am 11. Juni 1859 zu Rambach⸗(Reg. Bez.⸗Kaſſel), beſuchte das Progymna⸗ ſium zu Eſchwege n. das Gymn. zu Hersfeld, welches er Oſtern 1878 abſolvierte, und ſtudierte dann bis Oſtern 1882 auf den Univerſitäten zu Leipzig und Marburg Philologie. Nachdem er an letzterem Orte am 9. März 1883 die Prüfung pro facultate docendi abgelegt hatte, genügte er von Oſtern 1883 bis ebendahin 1884 ſeiner Militärpflicht. Durch Verfügung des Königl. Prov.⸗Schulkollegiums zu Kaſſel vom 24. März 1884 wurde er zur Ableiſtung des Probe⸗ jahres dem Gymnaſium zu Fulda und durch Verf. vom 11. Nov. 1884 zur Fortſetzung deſſelben dem Gymnaſium zu Rinteln überwieſen und zugleich mit Vertretung eines Lehrers dieſer Anſtalt beauftragt.