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berichtet er ſelbſt in den Mittheilungen aus der Geſchichte des Gymnaſiums zu Rinteln Progr. 1868 S. 27.)
Bald nach Beginn des Sommer⸗Semeſters ſah ſich der ſchon ſeit längerer Zeit leidende Ober⸗ lehrer Dr. Hartmann genöthigt, einen längeren Urlaub nachzuſuchen, und ſchließlich, da die Ent⸗ wicklung der Krankheit(eines Nervenleidens) ihm die äußerſte Schonung zur Pflicht machte, die Verſetzung in den Ruheſtand zu erbitten, welche ihm vom 1. April d. J. ab in anerkennendſter Weiſe gewährt worden iſt. Der Oberlehrer Dr. Hartmann gehörte dem hieſigen Gymnaſium ſeit dem Jahre 1849 an und iſt durch ſeine hervorragende Gelehrſamkeit und ausgezeichnete Lehr⸗ gabe eine Zierde der Anſtalt geweſen, welche den Anlaß ſeines Austritts um ſo ſchmerzlicher beklagt, als die Anſpruchloſigkeit und Liebenswürdigkeit ſeiner Perſönlichkeit ihm die Herzen ſeiner Collegen und Schüler in ſeltenem Grade gewonnen hatte.(Vergl. über ihn u. ſeine literariſchen Leiſtungen d. genannte Progr. v. J. 1868. S. 32).
Das erledigte Directorat des hieſigen Königlichen Gymnaſiums wurde in Folge ausdrück⸗ licher Bewerbung dem unterzeichneten Berichterſtatter, vorher Director des ſtädtiſchen Gym⸗ naſiums zu Potsdam, übertragen.
Otto Paul Martin Frick, Dr. phil. geb. den 21. März 1832 zu Schmetzdorf bei Jerichow (Prov. Sachſen), erhielt ſeine Vorbildung auf dem Alumnat des Königl. Joachimsthalſchen Gym⸗ naſiums zu Berlin, ſtudirte von Michaelis 1851 bis Michaelis 1855 Philologie und Theologie in Berlin und Halle, war dann bis Oſtern 1857 Erzieher im Hauſe des Kgl. Preuß. Geſandten von Wildenbruch zu Conſtantinopel, darauf bis Mich. 1857 auf Reiſen in Griechenland und Italien, bis Michaelis 1858 Adjunct und ord. Lehrer am Kgl. Joachimsthalſchen Gymnaſium zu Berlin, bis Michaelis 1859 ord. Lehrer am Gymnaſium zu Eſſen, bis Michaelis 1863 Oberlehrer am Gymnaſium zu Weſel, bis Oſtern 1864 Oberlehrer am Gymnaſium zu Barmen, bis Michaelis 1864 Director des Gymnaſiums zu Burg(Prov. Sachſen), bis Oſtern 1874 Director des Gym⸗ naſiums zu Potsdam.— Erſchienen ſind von ihm im Druck außer zahlreichen Abhandlungen in gelehrten und ungelehrten Zeitſchriften, in der Encyclopädie der Alterthumswiſſenſchaft von Pauly⸗ Teuffel(die Artikel Bosporus u. Byzanz) und in der Encyclopädie des geſammten Erziehungs⸗ und Unterrichtsweſens von Schmid u. Palmer, endlich außer einigen Vorträgen(Ueber den Begriff der Nationalität, das Paſſionsſpiel in Ober⸗Ammergau): Das platäiſche Weihgeſchenk zu Conſtantinopel, ein Beitrag zur Geſchichte der Perſerkriege, Leipzig 1859; Dionysii Byzantii Ana- plum Bospori ex Gillio excerptum ed. et ill. O. Frick, Dr. phil., Wesel 1860 Progr.; Conjectanea in Dionysii Byzantii Anaplum Bospori scrips. Dr. O. Frick,(Burg 1865 Progr.); ein Hof⸗Pfalz⸗Grafen⸗Diplom Joh. Riſts(Progr. Burg, 1866); Ausgeführte Lehrpläne für den deutſchen Unterricht(Burg 1867, Progr.) für den lateiniſchen und griechiſchen Unterricht (Potsdam 1868 Progr.); Tabelle über die griechiſche Moduslehre(Potsdam 1873); Vier Entlaſſungsreden(Potsdam 1874 Progr.)
Die Zuſammenſetzung des Lehrer⸗Collegiums während des abgelaufenen Schuljahrs Oſtern 1874 bis Oſtern 1875 war ſomit folgende: Director Dr. Otto Frick; 3 Oberlehrer: Prorector Pfarrer Wilhelm Hermann Meurer, Dr. Julius Hartmann(benrlaubt), Dr. Chriſtian Ludwig Stacke; 4 ordentliche Lehrer: Joh. Auguſt Kutſch, Dr. Hugo Ferdinand Suchier,
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