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Fridericianum) ſeiner Vaterſtadt und widmete ſich von Michaelis 1844 an auf der Univerſität Mar⸗ burg dem Studium der Philologie und Theologie. Im Auguſt 1847 beſtand er die theoretiſche Prüfung für Bewerber um ein Gymnaſiallehramt und im December 1848 die theologiſche Fa⸗ cultätsprüfung. Nachdem er am 25. Juli 1849 von der philoſ. Facultät zu Marburg die Doctorwürde erlangt hatte, wurde er durch Allerh. Entſchließung vom 12. Oct. 1849 dem Gymn. zu Fulda als Practicant zugewieſen. Vom 2. Nov. 1850 an war er auftragsweiſe Lehrer am Gymnaſium zu Hanau, dann Lehrer an einer Privaterziehungsanſtalt daſelbſt, vom 2. Mai 1854 an beauftragter Lehrer am Gymnaſium zu Caſſel, beſtand ſodann im Juni 1854 die ſog. praktiſche Prüfung vor der Gymnaſial⸗Commiſſion in Fulda und wurde am 16. Mai 1855 an das Gymnaſium zu Marburg verſetzt. Dort wurde er im September 1856 zum Hilfslehrer, im Januar 1863 zum ordentlichen Hauptlehrer, im September 1869 zum Oberlehrer befördert und gehörte von da an, nur mit einer kurzen Unterbrechung im Sommerſemeſter 1875, während deſſen er eine Oberlehrerſtelle am Gymnaſium zu Caſſel bekleidete, bis in den Herbſt 1878, wo er zum Director des hieſigen Gymnaſiums berufen wurde, dem Gymnaſium zu Mar⸗ burg an.— Im Druck erſchienen von ihm außer kleineren Aufſätzen die Disſertation: De scri- ptore libri ept ⁸οusᷣ(Marburgi 1849) und: des Burcard Waldis Leben und Schriften(Pro⸗ gramm Marburg 1858.)
Am 3. November gingen dem Herkommen gemäß Lehrer und Schüler gemeinſam zum heil. Abendmahl, und zwar diesmal in der lutheriſchen Stadtkirche.
Vom 25.— 30. Nov. fertigten die Primaner unter Aufſicht der Lehrer ſog. Tentamen⸗Ar⸗ beiten an.
Am 5. December hielt unſer geliebter Kaiſer, von ſchwerer Verwundung wieder geneſen, Seinen Einzug in die Reichshauptſtadt. Unſer Gymnaſium gedachte dieſes Tages in der durch liturgiſche Geſänge, ſowie ein darauf bezügl. Gebet des Religionslehrers Dr. Zange und eine Anſprache des Directors erweiterten Wochenandacht vom 7. December. Am folgenden Sonntag (8. Decbr.) führte ſodann der Gymnaſialchor bei dem aus Anlaß der Geneſung des Kaiſers in der luth. Kirche gehaltenen gemeinſamen Dankgottesdienſt der luther. und reform. Gemeinde die liturgiſchen Geſänge aus.
Die 14tägigen Weihnachtsferien begannen mit einer durch Schriftlectionen und Vorträge des Sängerchors feſtlich geſtalteten Weihnachtsandacht am 21. December.
Die ſchriftliche Maturitätsprüfung fand in der Woche vom 3.—8. März ſtatt.
Die Aufgabe für den deutſchen Aufſatz lautete: Welchen Einfluß hatte die Einführung des Chriſtentums auf die deutſche Nationalitteratur?— Die für den lateiniſchen Aufſatz: C. Marius rebus domi bellique gestis quid profuerit reipublicae, quid nocuerit, quaeritur.— Die hebr. Auf⸗ gabe war Levit. Cap. 18, V. 1—5.
Die mathemat. Aufgaben lauteten:
1. Berechne die körperliche Diagonale eines rechtwinkligen Parallelepipedes von 7,283 cm. Länge, 4,566 cm. Breite und 5,018 cm. Höhe(ohne Anwendung logarithmiſcher Tafeln) bis auf 3 zuverläſſige Decimalbruchſtellen.— 2. Beſtimme die Methode d den Unbekannten aus den Gleichungen:


