39 vor der das Chriſtentum nicht mehr beſtehen könne, laßt alle dieſe Schaumwellen ſich brechen an der ſiegesgewiſſen Verheißung deſſen, der da iſt und der da war und der da ſein wird: Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte vergehen nicht und ſelig i*ſt, der ſich nicht an mir ärgert.
Und werden ihre Künſte noch feiner und wollen ſie in ihrer antichriſtlichen Geſinnung dich wenigſtens von dem offenen Be⸗ kenntnis zu Ihm, dem Gekreuzigten und Auferſtandenen, ab⸗ bringen, ſo zerreiße ihre Schlingen mit dem verheißungsvollen Wort, des du dich gehorſam annimmſt,„wer mich bekennet vor den Menſchen, den will ich auch bekennen vor meinem himm⸗ liſchen Vater.“
Oder endlich, wenn die inneren Feinde der Fleiſchesluſt, der Augenluſt und des Hochmuts, wenn die ſündigen Gedanken und Begierden ſich erheben, dich zu Falle zu bringen, ſtähle dich im Kampfe unverdroßen durch das überwindende Wort: wie ſollt ich ein ſo großes Uebel thun und wider den Herrn meinen Gott ſündigen. 1
Um aber in dieſem Kampfe, in dem ſich eben der rechte Gehorſam offenbaren und bewähren ſoll, den äußeren und inneren Feinden alſo begegnen zu können, dazu bedarf es allerdings auch einer feſten und ſteten Uebung des Gehorſams. Vielleicht bietet ſich ein andermal die Gelegenheit dar, hierauf etwas näher einzugehen und die einzelnen Geſichtspunkte genauer ins Auge zu faßen, die in dieſer Hinſicht zu nehmen ſind. Für jetzt muß ich mich darauf beſchränken, nur ganz im Allgemeinen hervorzuheben, daß wir uns vor allen Dingen daran gewöhnen ſollen, auch bei ſcheinbar geringfügigen und unbedeutenden Veranlaßungen unſern Eigenwillen zu brechen und unſere verkehrten Neigungen und Be⸗ gierden aus allen Kräften zu bekämpfen;— uns früh beſonders daran gewöhnen, dem Worte Gottes gegenüber nicht nur auf unſere kurzſichtigen Gedanken und Vorſtellungen zu verzichten, ſondern auch unſere falſchen Anſprüche und Hoffnungen, unſere eitelen Pläne und Anſchläge gänzlich zum Schweigen zu bringen;


