De folgenden drei Reden ſind bei Entlaßung der Abiturienten in der Aula des hieſigen Gym⸗ naſiums gehalten und zwar wörtlich ſo, wie ſie hier ohne irgend welche Veränderung mitgeteilt ſind: die erſte von der wahren und falſchen Energie am 4. April 1865, die zweite über den geiſtlichen Geſichtsſinn am 9. April 1867 und die dritte über die Gefahr des Herabſinkens aus unſerem Chriſtenberuf bereits am 15. März 1864. Sie machen durchaus nicht darauf Anſpruch, das jedesmalige Thema irgend erſchöpft zu haben, und wollen ſämtlich nicht als wißenſchaftliche Abhandlungen, ſondern nur als Zeugniſſe angeſehen werden von der Anſchauung oder richtiger von der Geſinnung, die meiner Ueberzeugung nach vor allem auf unſeren Gymnaſien zu wahren und zu pflegen iſt.
Als einen Beitrag zur Gymnaſialpädagogik habe ich mir daher auch dieſe Reden, wie die ähnlichen im Gymnaſialprogramm von 1867 abgedruckten, zu bezeichnen erlaubt. Sind ſie doch, wie ich eben andeutete, alle drei aus dem pädagogiſchen Streben hervorgegangen, der Jugend, die erzogen werden ſoll, die rechten Wege zu zeigen, die ſie zu ihrem eigenen Heil und andern zum Segen zu gehen hat. Und wenn es auch nicht gerade ſpecielle gymnaſialpädagogiſche Fragen ſind, die hier zur Sprache kommen: die allgemeinen Geſichtspunkte, die Gedanken und deren Zuſammenhang ſind doch durch die erziehliche Rückſicht bedingt und gehören inſoweit unbeſtreitbar der Gymnaſialpädagogik an. Die zweite der mitgeteilten Reden vom geiſtlichen Geſichtsſinn ſchließt ſich ganz eng an die im Oſterprogramm 1867 abgedruckte Rede vom geiſtlichen Gehörſinn an und kann gewiſſermaßen als Ergänzung derſelben gelten; die eine wie die andere weiſen ſchon durch ihr Thema auf Lehre und Unterricht hin; noch ent⸗ ſchiedener trägt die erſte, von der wahren und falſchen Energie, inſofern ſie ja auf Erziehung des Willens gerichtet iſt, ihren pädagogiſchen Charakter an der Stirn. Aber auch die dritte, wenn ſie ſchon zugleich weitere Kreiſe mit berückſichtigt, hat doch vorzugsweiſe die Jugenderziehung im Auge.


