Druckschrift 
2 (1857)
Entstehung
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Nach dem Vorwort zum ersten Theil der im vorigen Programm enthaltenen So- phokleischen Studien sollte sich an die Abhandlung über die starke Erkenntnis unseres Dichters von der Schwere des Fluchs, die auf der Sündenthat als solcher lastet, in angemeszener Folge eine Betrachtung der Versöhnungs- oder Sühnideen bei Sophokles anschlieszen in der Weise, dasz wie dort der Oedipus Tyrannos, so dann hier dessen Gegenstück, der Oedipus in Rolonos, den Mittelpunkt bildete, um den sich die gesamte Darstellung zu bewegen hätte. Dasz aber diese anfangs beabsichtigte Ordnung in den nachfolgenden Blättern nicht eingehalten worden ist und als der zweite Theil meiner Sophokleischen Studien vielmehr dieser exegetische Versuch in Behandlung einiger schwie- rigeren Stellen erscheint, hat zunächst nur einen äuszeren Grund. Als wiszenschaftliche Abhandlung für das dieszjährige Osterprogramm war nämlich anfangs ein ganz anderer Gegenstand bestimmt, dessen Behandlung einer meiner Collegen übernommen hatte. Un- vorhergesehene Verhinderungen aber traten der zeitigen Ausführung dieser Arbeit entgegen; und da mir die unerwartete Runde davon erst in dem Augenblick zukam, als der Druck beginnen sollte und ein weiterer Aufschub desselben bei den hiesigen Verhältnissen nicht mehr möglich war, so muszte ich mich dazu verstehen, an die Stelle jener früher beab- sichtigten Fortsetzung vorläufig ein paar bereitliegende kritisch-exegetische Erörterungen treten zu laszen. Ein abgeschloszenes Ganze wie das vorige Mal, enthält also dieser

zweite Theil der Sophokleischen Studien nicht, sondern vielmehr nur die Bebandlung