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Cassel, 7. Februar 1888. Mitteilung eines Ministerialerlasses, betreffend die periodische Reinigung der Zuführungskanäle bei Luftheizungen.
Cassel, 7. Februar 1888. Ministerialverfügung, betreffend die Befreiung vom Zahlen des Schulgeldes..
Cassel, 9. Februar 1888. Überweisung einer s. Z. von dem Herrn Oberpräsidenten der höheren Gewerbeschule übergebenen Büchersammlung an das Wilhelms-Gymnasium.
III. Chronik des Gymnasiums.
Das neue Osterschuljahr wurde Montag den 18. April nachmittags 3 Uhr mit einer
gemeinsamen Andacht eröffnet Als wissenschaftliche Hilfslehrer traten mit der Eröffnung des Schuljahres beim Gymnasium
ein Dr. Heil und Degenhardt.
Bernhard Heil, geboren am 12. April 1861 zu Hersfeld, besuchte das Gymnasium daselbst bis Ostern 1879, und studierte darauf in Marburg und Leipzig klassische Philologie und Geschichte. Im Juli 1883 bestand er in Marburg das examen pro facultate docendi und genügte vom Herbst 1883 bis 1884 seiner militärischen Dienstpflicht. Nachdem er gleichzeitig(im August 1884) die philosophische Doktorwürde erlangt hatte, begann er im Herbst 1884 am Gymnasium zu Hersfeld das Probejahr abzu- legen. Am 1. Mai 1885 zur Vertretung eines erkrankten Lehrers an das Gelehrten-Gymnasium in Wies- baden berufen, verblieb er dortselbst als wissenschaftlicher Hilfslehrer bis Ostern 1887.
Georg Degenhardt, geboren den 31. Januar 1858 zu Schleida im Groſsherzogtum Sachsen- Weimar, besuchte das Gymnasium zu Hersfeld bis Michaelis 1878 und studierte dann auf den Universitäten zu Leipzig und Marburg Mathematik und Naturwissenschaften. Nachdem er im Sommer 1882 zu Marburg die Prüfung pro facultate docendi gemacht hatte, wurde er von Michaelis 1882 an dem Gymnasium zu Fulda zur Ableistung des pädagogischen Probejahres überwiesen, genügte alsdann der Militärpflicht und besuchte die Turnlehrerbildungsanstalt in Berlin. Zu Ostern 1886 wurde er dem Wilhelms-Gymnasium zu Cassel und Michaelis desselben Jahres dem Gymnasium zu Marburg zur Aushilfe beim Unterricht
überwiesen, bis er Ostern 1887 hierher zurückkehrte. Als Probandi traten ein die Kandidaten des höheren Schulamtes Dr. v. Hagen und
Dr. Krüger. Von den Probanden des vorhergehenden Jahres hatte Wassermeier am Schluſs seines Probejahres die Anstalt verlassen, um in Marburg seine einjährige Dienstzeit abzuleisten, die Kandidaten Dr. Müller und Spohr bleiben zu weiterer Hilfeleistung im Unterricht am Gymnasium.
Mit dem Beginn des Schuljahres wurde die Rendantur der beiden Gymnasien getrennt und die des Wilhelms-Gymnasiums dem Lehrer Stern übertragen.
Am 26. April fand zum Gedächtnis des hundertjährigen Geburtstages Ludwig Uhlands eine Feier in der Aula des Gymnasiums statt, bestehend in Gesängen und Deklamationen Uhland- scher Lieder und einer Festrede des Oberlehrers Dr. Langsdorf.
Am 15. Mai starb ein braver Schüler der MIIIe Wilhelm Gundelach. In der Morgen- andacht des folgenden Tages gedachte der Direktor des Dahingeschiedenen, am 17. Mai geleiteten ihn der Direktor, sowie die Lehrer und Schüler der Tertien zu Grabe.
Am 18. Mai beteiligten sich an der Versammlung von Lehrern der höheren Lehranstalten der Provinz zu Eschwege 10 Lehrer der Anstalt, weshalb nur Unterricht von 7—9 Uhr erteilt wurde.
Vom 2. Juni an trat der Kandidat des höheren Lehramtes Dr. Knabe, bisher am


