Angeregt durch meinen Freund Dr. G. A. Schuller habe ich mich entschlossen aus der Hermannstädter Schulmatrikel zunächst das Verzeichnis der Schüler zu veröffentlichen, dem später eventuell die Selbstbiographien der Rektoren folgen werden. Ich habe diese zeitraubende, trockene und wenig dankbare Arbeit unternommen, weil ich gefunden habe, dass nicht nur die sächsische Namenkunde und die Lokalgeschichte durch den hier zu veröffentlichenden Stoff manche Bereicherung erfährt, sondern auch auf die Kultur-, besonders die Schul- und Sitten- geschichte manches Licht fällt.
Die Matrikel der Schüler beginnt mit dem Jahre 1606, ist also um mehr denn sechzig Jahre jünger als die des Honterusgymnasiums, die in den Programmen des Kronstädter Gym- nasiums von 1863— 66 durch Direktor Fr. Schiel veröffentlicht worden ist. Im Unterschiede von der Kronstädter Matrikel, die stets nur die frisch eintretenden Schüler aufzählt, verzeichnet unsere bei jedem Rektorwechsel auch die früher bereits eingetragenen Schüler, soweit sie die Schule noch besuchten, von neuem. Das macht die Matrikel natürlich viel umfangreicher, setzt den Forscher aber auch in den Stand festzustellen, wie lange dieser oder jener Schüler die Anstalt besucht hat. Um dieses zu erleichtern, habe ich beim Wiederauftauchen desselben Schülers durch Angabe der betreffenden Seiten- und Nummerzahl auf die erste Eintragung verwiesen. Auch habe ich, soweit es mir aus dem gedruckt vorliegenden Material möglich war, in den Anmerkungen die weiteren Schicksale der Schüler nach ihrem Austritt kurz verfolgt. Dafür wurde vor allem das Schriftstellerlexikon von Trausch, dann die in dem 2.— 4. Band der Provinzialblätter veröffentlichten Pfarrerverzeichnisse, die in verschiedenen Jahrgängen des Archivs für siebenbürgische Landeskunde abgedruckten Verzeichnisse der siebenbürgischen Studierenden auswärtiger Universitäten und die in die Geschichte des Hermannstädter Gymna- siums von Karl Albrich sen.(Hermannstädter Gymnasialprogramm 1895/6) aufgenommenen Lehrerverzeichnisse der Hermannstädter Schule benützt.
Das für die Kultur- und Sittengeschichte interessanteste Material ist in den Bemerkungen enthalten, die von den Rektoren den Namen der Schüler nachträglich hinzugefügt wurden. Um sie durch den Druck hervorzuheben, wurde dafür eine schiefe Schrift verwendet.
Die Rechtschreibung der Personen- und Ortsnamen ist die des Originals.
Schliesslich habe ich noch den lieben Freunden Dr. G. A. Schuller und Archivar G. E. Müller für die Unterstützung zu danken, die sie mir bei der Feststellung einzelner schwieriger Lesarten gewährt haben.
R. Br.


