Druckschrift 
1 (1895) 1665-1724
Entstehung
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und Vorerzähltem und Auswendiglernen von Gediehten. Der einfache Satz. Unterscheidung der starken und schwachen Flexion. Wöchentlich ein Diktat. Lebensbilder aus der vaterländischen Geschichte.(Reinhard).

Lateinische Sprache. 8 St. w. Regelmässige Formenlehre nach Waldeck. Mündliches und schriftliches Ubersetzen aus Meirings UÜbungsbuch für Sexta. Wöchentlich eine Klassenarbeit, später dazu eine häusliche Arbeit und Reinschriften derselben.(Reinhard).

Erdkunde. 2 St. w. Grundbegriffe der physischen und mathematischen Erdkunde. All- gemeine Ubersicht über die Erdoberfläche. Bild der engeren Heimat.(Wenning).

Rechnen. 4 St. w. Wiederholung der Grundrechnungen mit ganzen Zuhlen, unbenannten und benannten. Die deutschen Maasse, Gewichte und Münzen nebst UÜbungen in der dezimalen Schreibweise und den einfachsten dezimalen Rechnungen nach Schellen, Aufgaben II.(Schaub).

Naturgeschichte. 2 St. w. Im S.: Beschreibung einiger häufig vorkommenden Blüten- pflanzen. Im W.: Beschreibung ausgewählter Säugetiere und Vögel.(Reinhard).

Schreiben. 2 St. w. Taktschreiben: Die deutschen und lateinischen Buchstaben in Wörtern und Sätzen.(Ruth).

Von der Teilnahme am evangelischen Religionsunterricht waren 18 Schüler, sämtlich Konfirmanden, vorübergehend befreit und zwar 13 Obertertianer, 5 Untertertiâner.

Technischer Unterricht.

Turnen. Die Anstalt besuchten im Sommer 195, im Winter 185 Schüler. Von diesen waren befreit auf Grund ärztlichen Zeugnisses i. S. 8, i. W. 11 Schüler, also von der Gesamtzahl der Schüler i. S. 4,1%, i. W. 6%.

Es bestanden bei S getrennt zu unterrichtenden Klassen 4 Turnabteilungen; zur kleinsten von diesen gehörten 40, zur grössten 52 Schüler.

Für den Turnunterricht waren wöchentlich insgesamt 12 Stunden angesetzt. Ihn erteilten für die unterste Abteilung der Oberlehrer Prof. Schaub, für die drei übrigen Abteilungen der wissenschaftliche Hülfslehrer Dr. Kilb.

Der Unterricht wurde in der von der Anstalt zu diesem Zwecke gemieteten Störgerschen Turnhalle erteilt, die etwa 5 Minuten vom Gymnasium entfernt ist. Im Sommer wurde, soweit es die Witterung und zugleich der Bestand der Geräte erlaubte, auf dem zur Turnhalle gehörigen Turnplatze geturnt.

Etwa ein Dritteil der zum Turnen bestimmten Zeit wurde im Sommer zum Spielen ver- wandt; im Winter wurde weniger gespielt. Die Spiele fanden im Sommer auf dem Turnplatze, im Winter meist in der Turnhalle statt. Bei günstiger Gelegenheit wurden die Schüler statt zum Turnen von ihren Lehrern zum Schlittschuhlaufen auf einer in der Nähe der Anstalt gelegenen Eisbahn geführt.

In der Anstalt besteht seit letaztem Sommer eine Vereinigung von Schülern zum Zwecke des Fussballspieles; dieselbe spielte an den schulfreien Nachmittagen ziemlich regelmässig mehrere Stunden auf dem vor der Stadt gelegenen Exercierplatze unter Leitung des Turnlehrers.