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2 (1827) Quaestionum scenicarum specimen secundum : Quo Vernalis Examinis D. XI. April. Inde ab hora antemeridiana IX. in Regio Gymnasio Ioachimico instituendi solennia indicit / Augustus Meineke
Entstehung
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C.

Irrcis trr

Noch vor der Eröffnung des neuen Schuljahres wurden die durch den Abgang der Alumnen-Inspektoren Teske und Bahr erledigten Stellen mit den Herren Johann Friedrich Wilhelm Burchard und Dr. Friedrich August Ney- decker wieder besetzt.

Der neue Schulcursus wurde mit dem roten April eräcfnet, sollte sich aber nur kurze Zeit hindurch eines rtrguen. Seloa seit einiger Zeit war der qhei- und au c Lehrer unsrer Anstalt, des Professor Dr. Ludwig Aeren, auk eine höchst bedenkliche Weise erschüttert worden, als ihm in der Mitte des Junius v. J. eine mehrmonat- liche Reise zur Wiedert seiner dheit von Freunden und Aerzten dringend empfohlen wurde. Der Ulaub dazu wurde ihm von den vorgesetzten Behör- den mit gewohnter Liberalität bewilligt, und die Lehrstunden und anderweitigen Ge- schäfte des Professor Abeken unter die übrigen Lehrer Vertheilt. Leider aber entsprach der Erfolg der unternommenen Reise unsern Erwartunger nicht. Abeken kehrte gegen das Ende des August in unsere Mitte zurück, hoch erfreut sich der gewohnten Thä- tigkeit wieder hinzugeben, und sich selbst die Gefahren verbergendzevon welchen wir sein Leben bedroht sahen. Nur wenige Wochen hindurchekonnte er, und auch dies nicht ohne Unter seinen A bäft wieder oblieg. Bald hemmte ein ununterbrochener Kopfschmerz seine ganze Thätighkeit, die Gelahr wuchs mit jedem Tage, und schon am aten October verschied unser Freund nach einem kurzen aber schmerzlichen Krankenlager an den Folgen oiganischer Nervenleiden. Er starb im 33sten Jahre seines Lebens, nachdem er fünf Jahre himcurch autt der liebevollsten Hingebung an Seinen Beruf sicht der Bildung mnserer ISen 5 gewid- miet hatte. Das Andenken an den Edlen wird in den Herzen aller, die ilm näher oder ferner stancten, tief begrüncdtet fortleben: aber auch als äulseres Zeichen der Liebe und Hochachtung, die er durch einen seltenen Verein der schönsten Gaben des Herzens und Geistes allen, die ihm nahe traten, einzuflöfsen wulste, mnöge hier nicht unerwähnt bleiben, wie sich am Tsge des Begräbni 1 de und Bek- in zahlreicher Menge dem Trauerzuge der Lehrer und Schüler anschlossen, und die sterblichen Ueberreste des Vollendeten zur Stätte des Friedens geleiteten. Nachdem hierauf die Leiche von dem Herrn Ober-Ho- rediger Dr. Straufs am Grabe einge- segnet und unter vierstimmigem Choralgesang d- Gruft übergeben worden war, nahum der vieljährige und vertraute Freund des Abgeschiedenen, Harr Professor August, das Wort, und schi derte einem eben igen als gehaltreichen Vor- trage die bedeutendsten Lebensmomente des Järenhen Desselben gätiger Mit-

28 d eines der