55—
II. Aus der Schul⸗Chronik.
Das Schuljahr 1870,77 ſchlaß am 244. Marz; das neue Schullahr begann am 9. April mit de Einführung der Novizen. Im Laufe deſſelben erfuhr der geordnete Unkerricht manche Störung. Die, Gollezen Dr. Düſing und Förſter wurden, erſterer zu einer 12tägigen, letterer zu einer Anügigen lebung eingezogen, Dr. Düſing war als Geſchworner thaig. Außerdem aber ſuchten kürzere oder längere Ertrankungen faſt alle Müitglieder des Collegims heim, Callgge Borgwardt erhielt einen Gwächentlichen Uürlaud, r ock wurde fir die Zeit von Pfingſten bis Michaeliszbeurlaubt; ſeint Vertretung übernahm Herr Paſtor die Bindemann, dem die Schule für ſeine bereitwillge Aushüüße zu groſem Dauke verſlichte at. Emnzelne Schüler wurden dunt Halsleiden und Scharlachfüeber dem Unterricht entzogen; ein Schäler, der Quartoamer 13) ar Müͤhrer wurde Uns nach turzer Krantheit durch den Tod entriſſen. Am 19. Januar geltiteten die Ordinarien der beiden uarta und die Müſſhüler den fruy Vollendeten zu ſeinem Grabe, in der Morgenandacht des 21. gedachten wir des lieben Kindes, das ſeinen Eltern und Lehrern durch ſeinen gewiſſenhaften leiß, ſowie duns ſein mmſter⸗ haftes Betragen nur Freude gemacht hatte. Mäge ihm die Erde keich! ſei
Alber auch von ſteudigen Erigniſſen hat die Schule zu berichtn. Am Geburtstage unſeres theuren Kaiſers und Königs konnte Nreerent zum Schluß der Feier dem zweiten Oberlehrer der Anſtalt, Herrn dr. Wilhelm Schütte das ihm verliehene Patent eines Königlichen Profeſſors iberreichen. Und dieſe Verleihung war die Einleitung zu dem Jubelſeſte der Schule, das dieſelbe im häuslihen Kreiſe amt 27. April beging: dem Bjäbrigen Jubiläun. Am 27. April 1892 waren die bis dahin mit dem Gomnafium verbundenen Reallaſſen Luarta und Tertia, mit 45 Schlern als ſelbſtindige Realſchule in ein gemielhetes voral der Semloverſtraße eingezogen um hier unter Oberleitung des wmnſial Dirretors Dyr. Nizze von den erſien Lehrern der neuen nſtall, den bisherigen Gymgſialehrern l. Arndt(verſterben als außer⸗ ordentlicer Profeſſor der lniverſist Verlin) und Dr. Brandt(dem jebigen Hirertor) ſowle dem nen erwahlten Dr. Kruſe(gegenwartig Provinzial⸗Schulrath von Prenßen zu Königsberg unterrichtel zu werden. Der erwihlie Dirretor Dr. Riſch konnte ſein Amt erſt Michaelis 1852 autrets
Ein Blich auß die im Zahre 187tz bei Gelegenheit der Einweihung des neuen Schulhauſes gegebene wcis⸗Tabelle der Schller Freguenz Winter 1852,53— 80 Schüler, Winter 1875,76= Ä Schüler lehrt, daß und wie die neue Auſtalt einem dringenden Bedürfniß Abhülfeſchafſte: Realllaſſen mit einem Gynmaftum werbundan führen aus nalellegenden Gründen meſſ ein iunnerlices ehen, ſelſt wenn dicſaden bis zur oberſien Suufe hinnuf entwickelt ſundd Enem jyütem Progranm ſoll vorbehalten bleiden eine Seſchihte der umem umd außern Cutwicklung der Auſialt, ſowie eine Darlegung der mancherlei Schwierigleiten, mnit denen gerade hier zu kämpfen war, und die nach dem bei Gelegenheit der Einfährung des jetigen Diriklors erfolgten Amoſpruche des Vertreters des Raths und Scholarchats libenvunden wurden nur durch den treuen hingebenden Eifer der Lehrer.
Da die Schule ſich ſelbſt ſeierte, ſo war eine öffeutliche Enladung nicht ergangen, die erſchenenen Feſcgäſte wurden mit groſer Fraude begrüzt, Oberlehrer Paſſow hatte mit daukenswerther Mühwaltung und mit großer Somfalt ein Verzeichiß allr Lehrer zuſnmengeſtell, welche der Auſtalt bisher gedient haben, ſowis der ſeit Gründung der Anſtalt bis dahin geprüſten Abituntenden
Autnifend an die in der Aula neu aufgeſtelten und eben enthülten Büſten König Friedrich Wilhelms ll, Friedrich Wühelm IV. und Kaſſer Wllhelms zeigte Ref, in ſeiner Feſreluſprache, wie die Schule erſtnbe, vicht zu entzünden im Haubte, das Fruer der Liebe zu wecken im Herzen, um ſo tüchtig zu machen für das Leben. Er macte hierauf Mätheilungen der Feſieſcenke, welche der, Schule dargebracht waren und von denen an erſter Stelle zu nennen iſt die„Stiftung alter Realſchülerz), welcee eine Summe von 1950, Marl als Guundſteck zu einer Stipendium Stiumg überreicht eine um ſo erfreulicere Gabe als die Schule außer der von de Lehrern gegründeten Witrventaſſe noch keinerlei Stitung beſitt. Jür dieſe Gabe ſagen wir unſeren alten lieben Schlern in der Nähe und Jerne auch noch auf dieſem Wege den wärnſten und umigſten Damli
Ans Gern ſandte uns Herr Carl Völ ſch(obeufalls, ein alter Schüler) in reicher Ausſtattung die Büliothel eograbhiſher Reiſen und Endecungen und das Abtſehe Wert ilher die Pllhe
Her Vuchhändler Bremer ſcheulte der Anſtalt die Blſten S. K. R. Hohelt des Kronprinzen und des Fürſten Bismarck welche unſerem Atrium zur Zierde gereichen; die vazu gehörigen Conſolen ſchenkte uns Derr Tiſchlermeiſter Behm.
Dos Statut iſt unten abgedrct


