Druckschrift 
[Beginn] (1878)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

6

§.2. Gehüufte Spondeen. Durch die Zuſammenziehung der beiden Künzen des Datthlus wird die Bewegung des Herameters ruhiger und ernſter, weil alsdann die Zeit in weniger ſchnell auf einunder folgende Momente zerlegt wird. Die Ruhe und Langſamkeit der rhythmiſchen Bewegung tritt natürlich um ſo mehr bervor, je fter ein Spondeus in einem Verſe die Stelle des Dalthlus einmimmt. Rein ſpondeiſches Versmaß kant in der hieratichen Poeſie in den alten Syferyumen zur Amvendung, und eben von dieſen Gebrauche bei der Spendung hat das Metrum den Ramen omorieier erhalten, wahrend die den Geſang begleitenden Blas⸗ ſtrumente ⸗rordeueenn æilai genamnt wurden.

Herameter mit lauter Spondeen konmen in den Metamorphoſen des Ooid, wie äberhaubt bei den Dicktern der auguſteiſhen Zeit, nicht vor, während illere Dichter, wie Ennius und Lucilius, ſolche Verſe nicht verſchmähten, und ſich auch ſelbſt bei Eatull noch folgender Vers findet: ui te lenirem nobis, meu conarero- (carm. CXV. 3). Hexameter mit fünf Spondeen ſind in den Metamorphoſen nicht ſo gar ſelten; ſo weiſt z.B. das ſechste Buch allein ſehzehn derſelben auf. Der alleinige Dakthlus befündet ſich dann ſteis im 5. Juße(mit Ausnahme des vansus shondlnons), danit wenigſtens noch am Ende des Verſes das dakthliſhe Maß hervortritr⸗) Kommen zwei Daltylen vor, ſo befinden ſie ſu gewöhnlich im 1. und 5. Fuße, wie in ſolgendem Verſe:

1. 10. Nullus adhue munde prasbebat lumiun Titan ſeltener, außer im 5. J., im zweiten, noch ſeltener im ditten oder im vierten. Eine dusnahme bilden hier natärlich wieder die versus shoncliaci.

Doch dies nebenbei; hier kommt es vor Allim darauf an, nachzuweiſen, in welchen Fälen das dluf⸗ treten von Spondern eine maleriſche Wirkung hervorbringt. Das iſt aber keineöwegs von der größern Anzahl der in einem Verſe vorkommenden Spondeen abhängig, vielmehr kann ſchon ein einzelner Spondeus, an der rachten Stelle gebraucht ind dunh Cäſur und Schwere der Wortfße unterſtitt, äunßerſt maleriſch wirken. Beſonders geſchieht dies, wenn der Spondens im 5. Jutße vorkommt, im ſogen vorsus sponeliaeus; doch ſind hier vieie Fülle abzurechnen, in denen ein nomen hrohrium den Gebrauch des Spondeus veraulaßt hat. In den meiſten übrigen Fülen beabſichigt Ooid vermittelſt des lebteren den berefſenden Gegenſtand langſamer an uns vorüberzuführen und dadurch, daß er uns länger bei demſelben verweilen läßt, denſelben mehr zu deranſchaulichen (vornani poematis gratine, Diomel. 164). Die einzelnen Beiſpiele hierzu werden unter den folgenden angeführt werden.

Daß Ooid, wie manche der ältern Dichter, die Spondeen ganz beliebig unter die Daktylen gemiſcht habe, wie es ihm die Sprache gerade an die Hand gabz oder daß er dadurch bloß Aöwechslung in die Bewegung des Verſes batte bringen wollen, ift bei einem in der ganzen Darſtellung ſo vollendeten Dicher nicht anzunehmen: vielmehr nüſſen wir faſt äberall, wo Spondeen in irgendvie auffallender Weiſe in den Herametern vorkommen, darnach fragen, in welche Beziehung Ihre Anwendung zu dem darzuſtelenden Gegenſtande zu ſetzen iſt.

Da die Spondeen mur die Vertreter der Daktylen ſind, ſo werden ſie wie dieſe wegen der gleichen Zeitdaner der beiden Tarttheile lanuere) Sleichmäigkeit und Uuterſchtesloſigtit bezeihnen; durch die Zuſammen zeehung der beiden Theſiskürzen aber eignen ſie ſich vorzugsweiſe, wie wir oben geſehen haben, zum Ausdruck einer langſamen, ruhigen Bewegung. Hierzu werden ſie auch von Ouid verwandt, jedoch in entgegen⸗ geſeutem Sinne, indem er einerſeits durch ſie eine langſume Bewegung veranſchaulich, wie ſie bis zur vollſtän. digen Ruhe hin abnimmtz andrerſeits aber, wi ſi ſch ſelbſt bis zum Gewalligen und Großartigen hin ſteigert.

Betrachten wir zunächſt die Fäle, in denen durch die Spondeen ein gleichmäßiger, unterſchieds⸗ loſer Zuſtand, eine gleichmäßige und langſame Bewegung oder Thatigkeit beeichmet wird.

*) Aus glehem Grunde meiſt Duintllan(Umatt. IN. 4, 61) darauf hin, dal der renneriche Aihyihmus(tumerns) sſonders an den Ausgangen mit Sorglut zu behandein ſi Gs leit dert: Aagis kamnen at leridiratur in elanaalis et opparet, brimum, Cuia zoneus emuis habet auam finem Dossitqus uaturale niarrallum, quo'a sequentis iiti Girilutur: deinde, quod nares cuutinuem vocem scrntae ductacqne velut hine deurrantis erationis luming tum umsgis indieaut, eum lle imhatus sietit et iatuemdi tampus dedit. Nam igitar durum zit neduo abraptun, quo amini elut respirant ac reüeiuntur