Druckschrift 
[1] (1860)
Entstehung
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Religionslehre. Biblische Geschichte des A. T. nach Zahn und Memorieren einer Anzahl evangelischer Kirchenlieder, 3 St. w.(Pfarrer Fuchs).

Geographie. Mathematisch-physikalische Geographie(Uebungen im Bestimmen der Längen und Breiten), Uebersicht über die Land- und Waszermassen der Erde; dann Amerika nach Da- niel, 2 St. w.(GL. Lichtenberg).

Naturgeschichte. Botanik: Organe der Pflanzen. Uebungen im Beschreiben und Bestimmen der Pflanzen nach den Classen des Linnéischen Systems im S., Zoologie: die Classen des Thier- reichs; die Classen der Wirbelthiere und Gliederthiere, 1 St. w.(GL. Lichtenberg).

Hathematik. Arithmelik: Reduction u. Resolution. Die vier Species mit benannten ganzen Zahlen nach Schellen, 4 St. w.(Lehrer Zimmerman n).

Schönschreiben, 3 St. w. mit Quinta zusammen(Lehrer Zimmermann).

Gesang(der evangelische Choralgesang nach dem deutschen evangelischen Kirchengesang- buche), 4 St. w.(Gesanglehrer Eichen berg).

Leibesübungen(vorzugsweite der drei untern Classen), 2 St. w.(Turnlehrer Störger).

II. Chronik des Gymnasiums.

Der Cursus des Schuljahrs 1859 60 begann am 2. Mai 1859. Während desselben war Dr. Vilmar seit Pfingsten 1859 an der vollen Versehung seines Amtes durch Krankheit verhindert; eine Zeit lang machte auch die Erkrankung des Gymnasialpracticanten Gundlach(von Anfang December 1859 bis Ende Januar 1860) eine veränderte Unterrichtsverteilung in einzelnen Dis- ciplinen nötig, wie diesz aus der vorhergehenden Lehrverfaszung im Einzelnen zu ersehen ist.

Durch Beschlusz Kurfürstlichen Ministeriums des Innern vom 6. April 1859 wurde der Gym- nasialpracticant Karl Krause zu Marburg mit Aushülfeleistung am hiesigen Gymnasium beauf- tragt. Derselbe ist geboren am 24. September 1835 zu Sontra, besuchte von Ostern bis Pfing- sten 1849 das Gymnasium zu Marburg, von da bis Ostern 1853 das Gymnasium zu Hersfeld und studierte in den darauf folgenden Jahren Theologie und Philologie in Bonn und Marburg. Nachdem er dann im Winter 185%, das theologische Examen und darnach im Winter 185⁵%13 die theoretische Prüfung für Bewerber um ein Gymnasiallehramt bestanden hatte, trat er mit dem Beginn des Sommersemesters 1858 seinen Vorbereitungsdienst am Gymnasium zu Marburg an und wurde nach Ablauf dieses seines Probejahrs dem hiesigen Gymnasium zugewiesen, an dem er seine dienstlichen Functionen mit dem Anfang des Sommersemesters 1859 begann.

Am 20. August fand die Feier des Geburtstages Sr. Königlichen Hoheit des Kurfürsten in der Aula des Gymnasiums Statt. Die Festrede über den Zustand des höheren Schul- unterrichts in Hessen während der Fremdherrschaft hielt Gymnasialpracticant Gundlach.