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2 (1885)
Entstehung
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Direktors die mündliche Entlassungsprüfung abgehalten. Es wurde drei Schülern die mündliche Prüfung erlassen; den übrigen zehn wurde nach dem Ergebnis der gesamten Prüfung ebenfalls das Zeugnis der Reife zuerkannt. Dem Examen zum Nachweis der Reife für die Prima unterzogen sich im Juni zwei Auswärtige, von denen einer bestand.

Sommerausflüge wurden von allen Klassen unternommen, von den unteren für ½ Tag, von den oberen für 1 Tag, von den Oberprimanern wurde an den 3 letzten Tagen des ersten Schul- vierteljahrs und den ersten 3 Ferientagen unter der Leitung von Oberlehrer Dr. Hornstein und der Begleitung von Oberlehrer Dr. Kramm und Dr. Koch eine gemeinsame Haræfahrt ausgeführt. Im Winterhalbjahr wurde an 2 geeigneten Nachmittagen je der Hälfte der Klassen zum Besuch des Eises freigegeben.

Das Kuratorium bestand, wie im vorigen Jahre, aus folgenden Herren: 1) Oberbürger- maeister Weise, als Vorsitzendem, 2) Stadtratsmitglied Tegethof, 3) Bürgerausschussmitglied Justizrat Hupfeld, 4) Kaufmann Rittershaussen, 5) Maurermeister Zahn, 6) Stadtschulrat Bornmann, 7) Pfarrer Wagner, 8) Direktor Wittich. Das Kompatronat des Staates vertrat Herr Regierungsrat von Stark.

Das Lehrerkollegium setzte sich folgendermassen zusammen: 1) Direktor: Dr. Wittich; 2) Oberlehrer: Prorektor Professor Heuser, Grebe, Dr. Hornstein, Dr. Siebert, Dr. Höl- ting, Dr. Kramm, Stange, Zwirnmann, Dr. Schantz; 3) Ordentliche Lehrer: Dr. Grebel, Krauth, Ide, Dr. Ulrici, Völler, Dr. Stehlich, Dr. Danker, Heydenreich, Lange; 4) Wissenschaftlicher Hilfslehrer: Dr. Hildebrand; 5) Ordentliche Elementarlehrer: Spangen- berg, Jürgens, Erdmann; 6) Ordentlicher technischer Lehrer: Karbiner; 7) Probekandidaten: Lautz, Dr. Koch, Dr. Meyer; 8) Katholische Religionslehrer: Kaplan Hoffmann, Nau; 9) PSsraelitischer Religionslehrer: Dr. Stein; 10) Technischer Hilfslehrer: Boppenhausen, Dirigent des städtischen Schulturnens.

Probekandidat Lautz verliess im Herbst 1884 nach Ablauf seines Probejahres die Anstalt, um in der Centralturnanstalt zu Berlin sich zum Turnlehrer auszubilden. Dr. Koch und Dr. Meyer werden zu Ostern, nach Vollendung ihrer Probandenthätigkeit, Stellen annehmen, ersterer an der evangelischen höheren Mädchenschule in Coblenz, letzterer am Gymnasium und Realgymnasium in Lüneburg. Ausserdem wird der wissenschaftliche Hilfslehrer Dr. Hildebrand mit Schluss des Schuljahres aus seiner hiesigen Stellung scheiden.

Koch, Siegmund, geboren am 16. Dezember 1859 zu Lippoldsberg, evangelischer Konfession, Sohn des Lehrers H. Koch zu Helsa, besuchte bis Herbst 1878 die Realschule I. O. zu Cassel, studierte in Marburg und Berlin Mathematik und Naturwissenschaften, erhielt im Dezember 1881 von der philosophischen Fakultät zu Marburg den Doktorgrad und bestand im Dezember 1882 das Examen pro facultate docendi. Vom 1. April 1883 bis 1. April 1884 genügte er seiner Militärpflicht als Einjährig-Freiwilliger. Ostern 1884 begann er sein Probejahr.

Meyer, Karl, geboren am 6. Februar 1859 zu Cassel, evangelischer Konfession, Sohn des Postpedellen Meyer daselbst, besuchte bis Herbst 1879 die Realschule I. O. zu Cassel, studierte in Berlin und Marburg neuere Sprachen, erhielt am 29 Oktober 1883 von der philosophischen Fakultät der Universität Marburg die Doktorwürde und bestand am 15. Februar 1884 das Examen pro facultate docendi. Ostern 1884 begann er sein Probejahr.

Unterbrechungen des regelmässigen Unterrichtsgangs fanden mehrfach durch Krankheit von Lehrern statt; namentlich war 0,L, Dr. Hölting von den Sommerferien bis zu den Herbstferien