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[1] (1873)
Entstehung
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Mit dem Ende des Schuljahres tritt für unser Gymnasium ein schwerer Verlust ein. Oberlehrer Fürstenau, welcher seit Beginn des Jahres 1856, also länger denn 17. Jahre, fast den gesammten mathematischen und seit Herbst vorigen Jahres auch französischen Unterricht ertheilt, und welcher seit Sommer 1862 die Gesangübungen am Gymnasium geleitet hat, wird uns demnächst verlassen, da er laut einer Mittheilung des Königlichen Prov.-Schulcollegiums vom 7. Merz d. J.(S. 895.) zum Director des Realgymnasiums zu Wiesbaden berufen ist. In ihm verliert das Gymnasium einen Lehrer, der sich in jeder Beziehung um dasselbe in hohem Grade verdient gemacht hat, und dem unsere Anstalt stets ein dankbares Andenken bewahren wird. Möge ihm die hohe Achtung, in welcher er hier bei Lehrern und Schülern gestanden, auch in seiner neuen Stellung zu Theil werden!

Von den während des Schuljahrs ergangenen höheren Verfügungen dürfte folgende für das Publicum von Bedeutung sein:

Durch Beschluss des Herrn Ministers der geistlichen, Unterrichts- und Medizinal-Ange- legenheiten vom 27. September(Nr. 30787.) wurde das Schulgeld mit Rücksicht darauf,»dass die Stadt Marburg zur Unterhaltung der Anstalt keinen Zuschuss leiste« in der Art erhöht, dass in Zukunft das jährliche Schulgeld für I. 24, für II. und III. 20, für IV. und V. 16, für VI. 12 Thaler betragen solle.

Die Bibliothek des Gymnasiums, sowie dessen übrige Sammlungen sind aus Staatsmitteln in herkömmlicher Weise vermehrt worden. An Geschenken erhielt dieselbe von Herrn Buch- händler Elwert dahier: A. Vilmar, die Genieperiode; Hinrichs, Verzeichnis der in 1872 erschienenen Bücher. Für diese Gaben danke ich im Namen des Gymnasiums.

III. Statistische Uebersicht.

A. Die Lehrer des Gymnasiums.

(Die Namen derselben finden sich in einer diesen Nachrichten am Schluss beigefügten Uebersicht).

B. Die Schäler des Gymnasiums.

Die Zahl derselben betrug bei Eröffnung des Schuljahrs 214, von welchen 34 der Prima, 19 der Secunda A, 33 der Secunda B, 24 der Tertia A, 30 der Tertia B, 25 der Quarta, 24 der Quinta, 25 der Sexta angehörten. Darunter waren 203 evangelischer, 8 katholischer Confession, 3 israelitischen Glaubens. Ihrer Herkunft nach befanden sich darunter 132 Einheimische, 80 aus anderen Theilen des Reichs, 2 Ausländer.

Im Laufe des Schuljahrs traten noch 9 Schüler in das Gymnasium ein, 1 in Secunda B, 1 in Tertia B, 4 in Quarta, 1 in Quinta, 2 in Sexta.