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4 (1905) Neue Inschriften des Mainzer Museums : vierter Nachtrag zum Beckerschen Katalog ; mit über 100 Abbildungen nach Facsimile-Zeichnungen von Heinrich Wallau / Körber
Entstehung
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D(is) Manibus). Epigonus an(norum) XXP, servos Aeli Maæximi c(enturionis) leg(ionis) XAXII Pr(imigeniae).

Den Manen! Epigonus, 25 Jahre alt, Sklave des Aelius Maximus, Centurionen in der 22. Primigenia zubenannten Legion.

Z. 5 a. E. steht das Cen- turio-Zeichen auf dem Rand. Die 22. Legion stand zwei- mal in Mainz. Während ihres ersten Aufenthaltes unter Clau- dius und Nero führte sie nur den Beinamen Primigenia; als sie um das Jahr 90 zurück- kehrte, um vielleicht zwei Jahr- hunderte oder länger hier zu bleiben erwähnt wird sie zuletzt auf dem Annianusstein

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. 8(Körber, Nachtr. III, Nr. 1) vom 4 Jahre 242 hatte sie sich e inwischen auch die Beinamen 4.', rree 97 3 pia fidelis verdient. Trotzdem

. nun diese Ehrennamen fehlen, gehört unser Stein nicht jener Se ersten Zeit ihres Aufenthaltes dee in Mainz an! Das beweist die Verwendung und besonders die Abkürzung der Formel dis

1:15 Manibus, sowie die Verzierungs-

weise, die durchaus verschieden von der im ersten Jahrhundert üblichen ist, wo namentlich die Ranken- umrahmung gar nicht vorkommt. Das Gentile des Centurionen weist auf die Zeit nach Hadrian, die Weinranken aber erinnern sogar an die beiden bei Körber III, Nr. 13 u. 15 abgebildeten Weihe-Inschriften aus der Zeit des Caracalla und Alexander Severus. Brandgräber, die sich in unmittelbarer Nähe des Steinsarges fanden, gehörten etwa der Zeit des Hadrian an. Der besondere Wert des Steines beruht darauf, dass verzierte Grabsteine aus einem anderen als dem ersten Jahrhundert bekanntlich recht selten sind. Bemerkenswert ist, dass auch dieser Sklavengrabstein so reich geschmückt ist(s. d. Bem. zu Nr. 6).

Vergl. Korrbl. d. W. Z. XXIII, S. 104 ff.

e. Drittes bis viertes Jahrhundert n. Chr.

13. Steinsarg der Bononia(2), gef. am 14. Februar 1901 beim Neubau der Kirche des Kapuzinerklosters unter der Tor- einfahrt des früheren Hauses Himmelgasse 20. Durch Ver- mittlung des Herrn Cl. Rühl dem Museum geschenkt. Der Sarg war bei der Auffindung leer und ohne Deckel, also