[Gublius)?... cus Publi) flilius)[Gal(eria? 471524)..... Inus Lyg(uduno?[mil(es) le]lg(ionis) AAI r(apacis)[an(norum.... sJtip(endiorum TT.... h(ic) s(itas) e(st)].
„Publius?.... ius... nus, Sohn des Pu- blius, von der galerischen(?) Tribus, aus Lugu- dunum( j. Lyon), Soldat der 21. rapax zube- nannten Legion, alt..., 10(oder mehr) Jahre im Dienst, liegt hier begraben.
Dass mit LG Lugudunum gemeint sei, ist eine Vermutung Mommsens. Im älteren und volkstümlichen Latein wird griechisches v durch u ersetzt, wodurch auch in die Schreibung nicht- griechischer fremder Wörter ein Schwanken ge-
1:10 kommen sein mag.— Die 21. Legion kam im
Jahre 82/83 nach Mainz, wo sie bis zum Jahre
90 blieb. Der Grabstein gehört also der zweiten Hälfte des ersten Jahr-
hunderts an. v. Domaszewski setzt ihn in die Zeit zwischen Tiberius und Vespasian(vergl. d. Bem. zu Nr. 3).
Vergl. CIL. XIII, 6951 a.
10. Oberteil des Grabsteins des C. Junius, gef. im Oktober 1899 neben dem Rathaus zu Bretzenheim bei Mainz. Kalkstein. H. 60, Br. 60, D. 23 cm. Das Giebeldreieck ist mit Akanthusblättern geziert, die in der Mitte von einem Knopfe ausgehen; auch die seitliche Umrahmung des Giebels zeigt den Schmuck von Blättern und Akroterien-Windungen.
Caius) Junius Cai) F(ilius) Cla(udlia tribu) Conc(ordia)....
„Gaius Junius...... Sohn des Gaius, von der claudischen Tribus, aus Concordia(j. Porto- gruaro zwischen Udine u. Treviso).“
Dass in C0NO statt der Heimatsangabe das Cognomen enthalten gewesen sei, ist nicht
wahrscheinlich, da einerseits so anlautende Namen in älterer Zeit kaum vorkommen, an- dererseits Concordia in der Tat zur claudischen Tribus gehörte.— Der Stein stammt aus dem ersten Jahrhundert, wahrscheinlich aus der flavi- schen Zeit. Das Cognomen muss dann in der dritten Zeile gestanden haben: es folgt auch sonst manchmal der Heimatsangabe, z. B. Becker 141.
Vergl. CIL. XIII, 7234 a; Korrbl. d. W. Z. XVIII, S. 179.


