Iu. Buch UI. Tit. Von Contracten und Verbinblichkeiten. 27
Dieſer Artikel iſt der ſummariſche Inhalt der FF. 1 und 5. V de condict. sine causd. Man muß jedoch hinzuſetzen, daß es gleichviel iſt, ob die Bewegurſache gleich anfangs falſch, oder ob ſie nicht erfüllt worden ſey, da ſie doch der Grund der Verbindlichkeit war. T. 4 eod.
Eben ſo muß man auch in Betreff der unerlaubten Be⸗ wegurſache hinzuſetzen, daß ſie zwar allzeit den Vertrag nichtig macht, jedoch mit dieſem Unterſchiede, daß, wenn auf beyden Seiten Schande vorhanden iſt, z. B. wenn Peter dem Johann Geld gibt, um einen dritten zu mißhandlen, die ein⸗ mahl bezahlte Summe nicht zurückgefordert werden kann, dagegen wenn Schande bloß auf einer Seite vorhanden iſt, z. B. wenn du dich für die Auslieferung einer Urkunde, die du mir herauszugeben ſchuldig warſt, bezahlen läßt, ich das Gegebene zuruͤckzufordern befugt bin. F. 1 und 3 h de cond.
ob turp. caus.
Dieſe Grundſaͤtze ſind zwar aus den römiſchen Geſetzen geſchöpft; nichts deſtoweniger veranlaßte die erſte Entſcheidung, nach welcher eine Verbindlichkeit, die keine Bewegurſache hat, nichtig iſt, eine intereſſante Discuſſion; und wirklich muß man eingeſtehen, daß ihre Anwendung in der Praxis nicht leicht iſt.
Ein Vertrag iſt nicht ungültig, weil ſein Beweggrund nicht darin ausgedruckt iſt. Ganz beſtimmt ſagt dieß der folgende Artikel, und die im Handel gebräuchlichen Scheine, die dem Inhaber zahlbar ſind,(hons au porteun), ohne daß die Urſache darin ausgedruckt wird, bewghren es.
Muß aber bloß deßwegen, weil die Urſache nicht ausge⸗ druckt iſt, vermuthet werden, daß die Verpflichtung gar kei⸗
Herr Mourieauld in ſeiner Rede ans Geſetzgebungs⸗Corps, iſt gerecht, denn ohne ſie, würde einer der Hauptgegenſtaͤnde un⸗ ſerer jetzigen Geſetzgebung leicht vereitelt werden, indem die Mei⸗ ſten dieſer Verträge uͤber künftige Erbſchaften zum Zwecke haben, einen Eingriff in die Gleichheit der Theilungen zu thun.
B.


