494 1. Buch. VI). Tit. Von dem Mieth⸗Contracte.
Dritter Abſſchnitt.⸗ Von der Verpachtung des Viehes zur Hälfte.
Art. 1818.»„Die Verpachtung des Viehes zur Hälfte „iſt eine Geſellſchaft, worin jeder der Contrahenten die Haͤlſte „des Viches liefert, das alsdann in Hinſicht auf Gewinn „und Verluſt gemeinſchaftlich bleibt.«
Hier muß nach der Regel: res perit domino, und weil jeder zum Capital beyträgt, Gewinn und Verluſt durch⸗ aus gemeinſchaftlich ſeyn.
Art. 1819.» Der Paͤchter benutzt allein, wie bey der „gewoͤhnlichen Verpachtung, die Milch, den Dünger und „die Arbeit des Viehes⸗«
„Der Verpachter hat nur ein Recht auf die Hälfte der „Wolle und des Zuwachſes an jungem Viehe.«
„Jede dieſen Grundſätzen zuwiderlaufende Uebereinkunft „iſt ungültig, der Verpachter ſey dann zugleich Eigenthümer „des Meyerhofes, den der Pächter entweder für einen be⸗ „ſtimmten Preis oder für eine Quote der Fruͤchte in Pachtung „hat. 6*²)
Der Yerpachter ſey dann ꝛe. S. den Art. 1828.**6)
*) Jede dieſen Grundſaͤtzen ꝛe. Die urſache hievon be⸗ ſteht darin, weil bey dieſer Gattung von Verpachtung des Vie⸗ hes der Pächter mehr als der Verpachter in die Geſellſchaft lie⸗ fert; denn außerdem, daß er eben ſo viel Vieh als der Verpachter darin einbringt, ſorgt er auch für deſſen Verwahrung, gibt ſeine Stuͤlle her, um es unter zu bringen, und ſein Futter, um es zu ernähren; gerecht iſt es alſo, daß er für dieſe Laſten eut⸗ ſchädigt werde.
) Denn da der Paͤchter in dieſem Falle bloß für das Vieh Sorge tragt, wohingegen der Verpachter die Staͤlle und das Futter her⸗ gibt, ſo iſt hiedurch die Sorge, die der Pächter für das Vich trägt, compenſirt. Unſtreitig kann ſich alſo der Verpachter für ſeiuen Antheil an der Milch in dieſem Falle eine gewiſſe Quan⸗ tität Butter oder Käſe ausbediugen. Repertoire de Jurispn. 7.
eptel, S. 27 7 3. B .


